SPEER-PLAN (1936-1942) "Die
Krone aller städtebaulichen Arbeit soll aber die Neugestaltung der
Reichshauptstadt sein". (WOLTERS, R. 1943) Diesem Ziel zufolge sollte
der größenwahnsinnige Machtanspruch des Nationalsozialismus
in den Zur
Verwirklichung dieser Pläne erhielt 1936 Albert Speer Hauptmotiv
des unter maßgeblichem persönlichem Einfluß Hitlers entwickelten
Planes zur Neugestaltung Berlins war eine das neue Zentrum Berlins prägende
"Speer'sche Achsenplanung": ein gigantisches Achsenkreuz von breiten Straßen,
an denen repräsentative Gebäude errichtet werden sollten, teilte
die Stadt in vier ungleichmäßige Sektoren, und auf vier annähernd
konzentrischen, um die Die in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung verlaufenden Achsen sollten die gesamte Stadt durchqueren und an den geplanten und zum Teil schon ausgeführten, außerhalb des Stadtgebietes verlaufenden Autobahnring anschließen. Den Achsen und Reichsbahnanlagen sollten 52 144 Wohnungen (Anforderung Speers vom 28.2.1941) geopfert werden, das wären 3,6 Prozent des damaligen Gesamtwohnungsbestandes Berlins. Ein ca. 7 km langes Mittelstück der Nord-Süd-Achse sollte dabei zu einer monumentalen "Prachtstraße" mit bis zu 156 m Breite ausgebaut werden. Auf dem Königsplatz (Platz der Republik) sollte das mächtigste Bauwerk der Welt von fast 300 m Höhe entstehen: eine "Große Halle" oder "Halle des Volkes" für 150.000 bis 180.000 Menschen. Auf einem quadratischen Unterbau (315 m Seitenlänge) sollte sich eine Kuppel von über 200 m Höhe und einem Durchmesser von 250 m spannen, gekrönt von einem Reichsadler über der Weltkugel. Die Bauarbeiten sollten im August 1946 abgeschlossen sein; 1940 wären dafür rund 4.600 und 1942 sogar 4 900 Bauarbeiter nötig gewesen. Speer wollte selbst die Spree unter der Treppe der monströsen "Großen Halle" hindurchführen. Ein nicht minder gigantisches Bauwerk sollte der "Südbahnhof" werden, eine Durchgangsstation in ostwestlicher Richtung mit vier Verkehrsebenen, die die Grand Central Station in New York weit übertroffen hätte. Den Vorplatz (300 mal 800 m) sollte ein "Triumphbogen" von 170 m Breite, 117 m Höhe und 119 m Tiefe abschließen. Obwohl
mit der Realisierung des Sp. begonnen worden war (Abriß von Gebäuden
an der Tiergartenstraße, Entfernung von Denkmälern auf dem
Königsplatz, Verlegung der Siegesallee, Verbreiterung der Ost-West-Achse
im Bereich der heutigen Straße des 17. Juni, einige Neu- bzw. Umbauten
im Gebiet des südlichen Tiergartens, Aufschüttungen für
Bahnanlagen, einige halbfertige Brückenfundamente), scheiterte seine
Verwirklichung letztendlich mit dem Zusammenbruch der Naziherrschaft.
"Unter seinem Führer Adolf Hitler geht Deutschland einem Zeitalter
des Bauens entgegen" (WOLTERS, R. 1943) - gigantische Ausgewählte Daten zur Stadtentwicklung 1933 bis 1939
Quelle: PETERS, G. 1995/177 Quellen
und weiterführende Literatur: (c) Edition Luisenstadt (Internet-Fassung),
2004 |