befand sich in Wedding, Reinickendorfer Straße 61/62/Iranische Straße 7/Groninger Straße 3846/ Oudenarder Straße 1011/Seestraße 73.
Schon 1888 hatte Heino Schmieden einen ersten Entwurf vorgelegt, den er zusammen mit Victor von Weltzien (18361927) und Robert Speer (18491893) von 1890 bis 1897 realisierte. Das Hauptgebäude auf dem 19 000 mē großen Gelände wurde 1891 fertiggestellt, der Erweiterungsbau des Verwaltungsgebäudes von Schmieden & Boethke 19091912, das Schwesternwohnheim von Friedrich Hellwig 19281930. Das in einfachen Architekturformen in roten Verblendsteinen mit gliedernden Teilen aus blauroten Glasursteinen und Stichbogenfenstern ausgeführte Ensemble besteht an seiner Frontseite zur Iranischen Straße aus einem langgestreckten Hauptgebäude, frontal in 3 dreigeschossigen Verwaltungsgebäuden, seitlich in zweigeschossigen Behandlungstrakten mit dreigeschossigen Kopfbauten ausgeführt. Quer dahinter wurden 4 Pavillons für Infektionskrankheiten errichtet, auf dem östlichen Gelände schlossen sich Poliklinik, Kesselhaus und Pathologie an. Rudolf Virchow hatte den Bau des Krankenhauses initiiert und war auch Ausschußvorsitzender des zur Errichtung eines Kinderkrankenhauses notwendig gewordenen Bauausschusses. Behandelt werden sollten hier vor allem Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Masern und Pocken. Ursprünglich für 300 Patienten konzipiert, wurde das im Krieg kaum zerstörte Gebäude nach 1945 weiter als Kinderkrankenhaus und Poliklinik genutzt. Das Krankenhaus hieß zunächst Kaiser-und-Kaiserin-Friedrich-Kinderkrankenhaus, später Städtisches Kinderkrankenhaus Wedding, mit dem Anschluß an das Rudolf-Virchow-Klinikum wurde es ebenfalls nach dem Mediziner benannt. 19741976 bauten Odwin (Od) Arnold (* 1927) und Gerd Zabre eine neue Kinderklinik, die als sechsgeschossiger Stahlskelettbau mit grauen Fassadenplatten und farbigen Feldern zwischen den Fenstern ausgeführt wurde. Die alte zweigeschossige Poliklinik wurde 1980 abgerissen. 1995/96 kam das R. an das Rudolf-Virchow-Klinikum. Heute wird das R. nicht mehr als Kinderkrankenhaus, sondern als Evangelisches Geriatriezentrum genutzt. Das Ensemble steht unter Denkmalschutz.