Nach dem Besuch eines Lehrerinnenseminars in Magdeburg kam B. nach Berlin. An der Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt-Universität) dann Studium der Germanistik, Theologie, Philosophie und Sozialwissenschaften und Promotion. Im Kampf um die juristische Gleichstellung der Frau schloß sie sich Helene Lange an. Zwischen 1901 und 1906 gaben beide vier Bände des Handbuchs der Frauenbewegung heraus, Band 5 erschien 1917. Während des I. Weltkriegs organisierte B. einen Nationalen Frauendienst als Heimatfront. Politisch war B. nach 1918 als Mitglied der DDP (seit 1930 DSP) aktiv. Für diese wurde sie im Januar 1919 in die verfassunggebende Nationalversammlung und im Juni 1920 in den Reichstag gewählt, dem sie bis Juli 1932 angehörte. Zeitweilig vertrat sie Deutschland im Völkerbund. Das NS-System suspendierte B. vom Dienst. Nach 1945 engagierte sie sich beim Aufbau der CSU und der CDU. In Tiergarten wohnte B. von 1921 bis 1930 am Hansa-Ufer 7. Eine Gedenktafel in Charlottenburg (Fürstenplatz) erinnert an ihr Wirken.