Kurfürstlicher Jägerhof

Mitte (Friedrichswerder),
zwischen Jägerstraße,
Oberwallstraße,
Hausvogteiplatz und Niederwallstraße.

Der Jägerhof war 1690–1699 unter Kurfürst  Kontext: Friedrich III., Deutscher Kaiser und König von Preußen Friedrich III. (1657–1713) durch Johann Arnold  Kontext: Nering, Johann Arnold Nering errichtet worden. Hier hatten der Ober-Jägermeister, das Jägeramt und die Forstplankammer ihren Sitz, dazu waren Jagdbedienstete, Jagdzeug, Pferde und Jagdhunde untergebracht.  Kontext: Friedrich II., König in Preußen, seit 1772 König von Preußen Friedrich II. wies der 1765 eröffneten Königlichen Giro- und Lehn-Bank den Jägerhof als Dienstgrundstück zu. Es folgten mehrere Um- und Erweiterungsbauten für die Bank, die ab 1847 Preußische Bank und ab 1875 Reichsbank hieß. So entstand von 1869 bis 1877 ein Neubau durch Friedrich  Kontext: Hitzig, Georg Friedrich Heinrich Hitzig und 1903 eine Erweiterung durch Julius  Kontext: Emmerich, Julius Emmerich. Fast der gesamte Komplex wurde im II. Weltkrieg zerstört. Das einzige erhaltene Gebäude ist das Haus Niederwallstraße 39. Um 1800 erbaut, erfolgte 1856 eine Aufstockung, dann kaum noch Veränderungen. Bis zu seinem Erwerb durch die Reichsbank 1877 diente das Haus u. a. dem Holzkontor, der Ministerial-, Militär- und Baukommission und der Kreis-Ersatzkommision. Die Reichsbank nutzte das Haus zuerst für Beamtenwohnungen, später für verschiedene Dienststellen. Nach 1945 befanden sich hier die Redaktionen der kulturpolitischen Wochenzeitung „Sonntag“ und der „Weimarer Beiträge“. 1998/99 erfolgten Umbau und Restaurierung des denkmalgeschützten Gebäudes, danach zog die Botschaft des Königreiches Marokko ein.

 

© Edition Luisenstadt, 2002
Stand: 19. Mrz. 2002
Berliner Bezirkslexikon, Mitte
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