Dietrich, Marlene

(adoptierte von Losch, eigtl. Maria Magdalene), verehel. Siebert
* 27.12.1901 Berlin,
† 6.5.1992 Paris,
Schauspielerin, Sängerin.

Dia-Serie Dietrich, Marlene D. besuchte ab 1906 die Auguste-Viktoria-Schule (heute  Kontext zu: Goethe GymnasiumGoethe-Gymnasium). 1918 legte sie die Reifeprüfung ab. Sie hatte sich schon als Schülerin für Kino- und Schauspielkunst begeistert. Nun sprach sie an der Schauspielschule des Deutschen Theaters vor und studierte dann bei Max  Kontext zu: Reinhardt MaxReinhardt Schauspiel. Sie erhielt bald kleinere Rollen sowohl auf der Bühne als auch im Film. Am 23.11.1918 spielte sie in der Kayßler-Inszenierung des "Wilhelm Tell" in Berlin gemeinsam mit Adele Sandrock (1864-1937) und Jürgen Fehling (1885-1968). 1920 wohnte sie in Mitte, Unter den Linden 2. 1921 trat D. in einigen Stücken in der Berliner Volksbühne auf, bei denen Jürgen Fehling Regie führte. 1922 hatte sie eine kleine Nebenrolle in dem Film "So sind die Männer" und debütierte Ende 1922 auf der Bühne des Deutschen Theaters mit einer Nebenrolle in einer Komödie von Shakespeare. Sie beeindruckte mit ihrem Talent und wurde gefördert. Am 17.5.1923 heiratete sie in Berlin den Aufnahmeleiter Rudolf Sieber. Das Ehepaar zog in die Kaiserallee 54 (heute Bundesallee). Im November 1923 hatte der vierteilige Film "Tragödie der Liebe" in Berlin seine Uraufführung. 1925 wohnte D. in einer Künstlerkolonie in der Nassauischen Straße 30. 1928 gelang es ihr, sich als Schauspielerin auf der Bühne durchzusetzen. Sie spielte u. a. in der Warenhausrevue "Es liegt was in der Luft" des Librettisten Marcellus Schiffer (1882-1932). 1929 konnte sie einen weiteren großen Erfolg feiern. Sie spielte mit Hans Albers (1891-1960) in "Zwei Krawatten" von Georg  Kontext zu: Kaiser GeorgKaiser im Berliner Theater. Am 17.1.1929 wurde der mit Toneinlagen versehene Stummfilm "Ich küsse ihre Hand, Madame", in dem sie mitspielte, in Berlin uraufgeführt. Durch den Film "Der Blaue Engel", am 1.4.1930 im Berliner UFA-Palast am Zoo uraufgeführt, wurde sie dann weltberühmt. 1930 ging die D. nach Hollywood. 1932 kehrte sie nochmals nach Deutschland zurück. D. war nicht blind hinsichtlich der aufkommenden faschistischen Gefahr in Deutschland. Aus diesem Grund lehnte sie schroff all die Avancen und Versprechungen ab, die Joseph Goebbels (1897-1945) ihr machte, um sie zum Bleiben zu bewegen. In den USA spielte sie in vielen bekannten Filmen, die ihr zu einer Weltkarriere verhalfen. Während des Zweiten Weltkrieges, vor allem nach dem Überfall auf Pearl Harbour am 7.12.1943, engagierte sie sich mit ihrem Talent und ihrer Kunst für die Unterstützung der amerikanischen Soldaten. 1943 schrieb sie sich bei jener Organisation in New York ein, die eine Europatournee an den Fronten des Weltkrieges organisierte. Mit den französischen Truppen traf sie dann im befreiten Paris ein. 1945 kam sie nach Berlin zurück. Sie wohnte in der Bundesallee 54. D. begann in den fünfziger Jahren eine zweite Karriere als Chansonsängerin, die ebenfalls sehr erfolgreich verlief. 1957 wurde der Film "Zeugin der Anklage" zu einem erneuten Erfolg für sie. Nachdem sie im Alter von 77 Jahren nochmals in einem Film eine kleine Rolle gespielt hatte, zog sie sich völlig ins Privatleben zurück. Sie lebte in Paris, Avenue Montaigne 12. 1979 erschienen in München ihre Memoiren "Nehmt nur mein Leben". Auf Beschluss des Berliner Senats erhielt sie auf dem Friedhof Schöneberg III, Stubenrauchstraße 43-45 (Tempelhof-Schöneberg) ein Ehrengrab. Eine Gedenktafel an ihrem Geburtshaus Leberstraße 65 (Tempelhof-Schöneberg) erinnert ebenso an D., wie der Marlene-Dietrich-Platz (Mitte).

Quellen und weiterführende Literatur:
Literatur[ Dietrich, Voß, BG 17.7.1997 ]

 

© Edition Luisenstadt, 2005    Stand: 3. Jan. 2005
Berliner Bezirkslexikon, Charlottenburg-Wilmersdorf
www.berlingeschichte.de/Lexikon