Rohmannstraße

Reinickendorf, Ortsteil Konradshöhe
Name ab vor 1902
Name bis vor 1922
Namen
(früher/später)
Falkenhorststraße (vor 1922)
Namens-
erläuterung
Rohmann, August Friedrich Theodor, * 9.11.1828 Berlin, 8.11.1902 Konradshöhe, Kupferschmied, Gastwirt, Grundbesitzer.
Kupferschmiedemeister Rohmann kaufte am 22.3.1865 von dem Kossäten Christian Lemcke 20 Morgen Land in Heiligensee. Laut dem beim Königlichen Kreisgericht zu Berlin notariell beglaubigten Kaufvertrag vom 6.12.1865 erwarb er damit für 1 000 Taler 50 000 m Kuschelheide "In den Hühnerstücken" - heute das Gebiet Falkenhorststraße, Nusshäherstraße, Schwarzspechtweg, Havel. Rohmann wollte dort Kupferschmiede, Wohnhaus und Nebengebäude errichten, die er nach einem seiner Söhne "Conrads Höh" zu nennen gedachte. Das Königliche Landratsamt Niederbarnim und das Dorfschulzenamt von Heiligensee verweigerten die Baugenehmigung und sprachen wegen bereits begonnenen Baus gegen den Bauherrn eine Konventionalstrafe aus. Vom Amt Spandau erhielt Rohmann jedoch die Baugenehmigung, und der Name des Gehöftes "Conradshöhe" wurde am 20.10.1868 von der Königlichen Regierung in Potsdam genehmigt. Zuvor hatte Rohmann vom Bauern Dannenberg weitere 60 000 m Land - das heutige Gebiet Stößerstraße, Falkenplatz, Falkenhorststraße, Havel - erworben. 1874 erweiterte Rohmann seine Schmiede durch ein Kesselhaus mit einem 20 m hohen Schornstein zum "Dampfwerk für eiserne Verschraubungen und Apparatringe". Da der Betrieb nicht florierte, wandelte er 1891 seine Kupferschmiede in die Gaststätte "Konradshöher Terrassen" um. Eine auf seinem Gelände angelegte Straße, die nach ihm benannte Rohmannstraße, wurde um 1921 vom Fiskus in Falkenhorststraße umbenannt. Schon ab 1872 hatte Rohmann begonnen, Parzellen aus seinem Besitz zu verkaufen. Einem Konditor Hoffmann und einem Wirt Petry folgten nach und nach immer mehr Siedler aus Berlin. Als Rohmann am 8.11.1902 wegen seines Herzasthmas Selbstmord beging, war um die Gaststätte die Ansiedlung Konradshöhe entstanden. Er wurde auf dem Dorffriedhof Heiligensee beigesetzt. Rohmann war dreimal verheiratet und hinterließ außer den bereits erwachsenen sechs minderjährige Kinder.
  Vorher Straße Nr. 6. Die Rohmannstraße entstand zwischen 1896 und 1902.
aktueller Name Falkenhorststraße


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