Adolf-Hitler-Platz

Charlottenburg-Wilmersdorf, Ortsteil Westend
Name ab 21.4.1933
Name bis Mai 1945 (amtlich bis 31.7.1947)
Namen
(früher/später)
Reichskanzlerplatz (um 1906-1933)
Reichskanzlerplatz (1947-1963)
Theodor-Heuss-Platz (1963)
Namens-
erläuterung
Hitler, Adolf, * 20.4.1889 Braunau/Inn, 30.4.1945 Berlin, Politiker, Anhänger der NS-Bewegung.
Hitler, der Sohn eines österreichischen Zollbeamten, besuchte die Realschule in Linz, die er ohne Abschluß 1905 verließ. Ab 1907 lebte Hitler in Wien, wo er sich erfolglos für ein Studium an der Kunsthochschule bewarb. Er geriet unter den Einfluß antisemitischer und großdeutsch-nationalistischer Strömungen. 1913 ging er nach München, um dem österreichischen Wehrdienst zu entgehen. Als Freiwilliger nahm er in einem bayerischen Regiment am Ersten Weltkrieg teil. Er erhielt das Eiserne Kreuz und beendete den Krieg als Gefreiter. Seit März 1919 wirkte er in München als "Bildungsoffizier" der Reichswehr. Im September desselben Jahres wurde er Mitglied der Deutschen Arbeiterpartei (DAP), einer völkisch-antisemitischen Gruppierung. Er gewann dort rasch Einfluß, hatte maßgeblichen Anteil an der Umwandlung der DAP in die NSDAP, deren Vorsitzender mit diktatorischen Vollmachten er 1921 wurde. Der gescheiterte Münchner Putsch vom November 1923 brachte ihm Festungshaft ein. Hier entstand der erste Band seiner programmatischen Schrift "Mein Kampf", in der er seine zentralen politischen Ziele vorstellte. Vorzeitig - im Dezember 1924 - entlassen, bemühte er sich erfolgreich um die Neugründung der NSDAP. Die soziale und politische Situation in Deutschland und die Unterstützung von Teilen der Großindustrie verhalfen Hitler und seiner Umgebung seit 1930 zu wachsendem politischem Einfluß. 1932 bewarb er sich um die Präsidentschaft der Weimarer Republik. Im zweiten Wahlgang unterlag er dem amtierenden Präsidenten Paul von Hindenburg. Nachdem die NSDAP erneut als stärkste Partei aus den Reichstagswahlen hervorgegangen war, wurde Hitler im Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt. In wenigen Monaten gelang es ihm, die Voraussetzungen für die Errichtung des terroristischen NS-Regimes zu schaffen. Gemäß der faschistischen Auffassung vom "Führerkult" wurden Innen- und Außenpolitik des Deutschen Reiches in wachsendem Maße auf Hitler ausgerichtet. Nach dem Tode Hindenburgs 1934 war Hitler auch das deutsche Staatsoberhaupt. Seine aggressive Außenpolitik mündete 1939 in den Überfall auf Polen und die Auslösung des Zweiten Weltkrieges. Die Verfolgung und Unterdrückung von Republikanern, Demokraten und Linken im Innern des Deutschen Reiches ging einher mit einem rassenideologisch begründeten Massenmord an Juden, Roma, Sinti u. a. und einem militärischen Vernichtungsfeldzug gegen die von Deutschland überfallenen Länder. Im April 1945, als die alliierten Truppen längst deutschen Boden betreten hatten und die Rote Armee bereits in Berlin kämpfte, verübte Hitler Selbstmord. Im Jahre 1933 war er zum Ehrenbürger Berlins ernannt worden. Am 16.12.1948 wurde er aufgrund eines Beschlusses der Stadtverordneten aus der Liste der Ehrenbürger Berlins gestrichen.
  Der Reichskanzlerplatz wurde 1933 in Adolf-Hitler-Platz umbenannt. Ab Mai 1945 wurde der Name nicht mehr benutzt. 1947 erhielt der Platz seinen ursprünglichen Namen zurück. Am 18.12.1963 wurde er in Theodor-Heuss-Platz umbenannt.
aktueller Name Theodor-Heuss-Platz


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