Camphausenstraße

Friedrichshain-Kreuzberg, Ortsteil Kreuzberg
Name ab 12.5.1893
Name bis 21.10.1933
Namen
(früher/später)
Körtestraße (1933)
Namens-
erläuterung
Camphausen, Gottfried Ludolf, * 10.1.1803 Hünshoven bei Geilenkirchen, 3.12.1890 Köln, Politiker.
Der Sohn eines Öl- und Tabakkaufmanns wurde im Aachener Industriegebiet geboren. Er besuchte die Handelsschule in Burg und das Gymnasium in Weilburg. Anschließend absolvierte er eine vierjährige Lehre als Kaufmann in Düsseldorf. Nebenher betrieb er Studien auf kaufmännischem Gebiet und bereiste - ebenfalls zu diesen Zweck -Frankreich und Italien. Camphausen trat 1821 in das väterliche Geschäft ein. 1830 zog er mit seiner Familie nach Köln und gründete mit seinem älteren Bruder August Camphausen eine Ölmühle. Sie gliederten der Mühle einen Getreidehandel an, und 1840 gründeten die Brüder die Bank A. und L. Camphausen. Camphausen wurde in den Stadtrat von Köln berufen und trat in die Komitees für die Eisenbahnen von Minden und Amsterdam nach Köln ein. Im Dezember 1833 wurde er in die Kölner Handelskammer aufgenommen, der er bis 1847 angehörte. Er hatte früh die Chancen des Eisenbahnbaus für die rheinische Industrie erkannt und setzte sich für die Umsetzung der Pläne ein. Er befaßte sich mit Problemen der Reform des Börsen- und Maklerwesens, mit der Kreditorganisation, mit Zoll- und Handelspolitik und richtete mehrere Denkschriften an die preußische Regierung. Er gilt als der Schöpfer der Ideen von einer liberalkapitalistischen Wirtschaftsepoche. Er wurde zu einem der Führer der rheinischen Liberalen und war Mitbegründer der "Rheinischen Zeitung". Camphausen war 1835 der erste Präsident der Rheinischen Eisenbahngesellschaft. Von März bis Juni 1848 preußischer Ministerpräsident, versuchte er während der Revolution 1848/49 die Monarchie in eine konstitutionelle Monarchie überzuleiten. Nach dem Sturz seiner Regierung ging er als Bevollmächtigter bei der provisorischen Zentralregierung nach Frankfurt am Main. Danach zog er sich, obwohl noch Mitglied des Reichstages, aus der Politik zurück. Zur Jubiläumsfeier der Berliner Universität 1860 wurde ihm von der Philosophischen Fakultät die Ehrendoktorwürde verliehen.
  Vorher Straße Nr. 11, Abteilung II des Bebauungsplanes.
aktueller Name Körtestraße


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