Mit 17 Jahren bereits SPD-Mitglied kam sie unmittelbar nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zwei Jahre in Haft und stand anschließend unter Gestapoaufsicht. 1938 verschleppte man sie zunächst in das Ghetto Riga und danach in das Lager Stutthof. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte sie sich in der Berliner Kommunalpolitik und in der Parteiarbeit. Von 1946 bis 1952 war sie Stadtverordnete/ Mitglied des Abgeordnetenhauses. Dem Deutschen Bundestag hat sie von 1951 bis 1961 angehört. W. war von 1965 bis 1975 stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland. Anläßlich ihres 80. Geburtstages wurde sie Ehrenmitglied der »Internationalen Liga für Menschenrechte«. Das Ehrengrab der Stadtältesten befindet sich auf dem Friedhof der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in der Heerstraße/Scholzplatz. Eine Straße in Neukölln (Rudow) trägt seit dem 1. November 1996 ihren Namen.
© Edition Luisenstadt, 1997
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