Sie besuchte die höhere Töchterschule und bildete sich danach autodidaktisch auf den Gebieten der Musik und Literatur. 1883 nahm sie ein Gesangsstudium an der Königlichen Hochschule für Musik in Berlin auf. Ab 1894 veröffentlichte sie kleinere Novellen und Skizzen in der »Berliner Volkszeitung«. Um die Jahrhundertwende gehörte V. zu den bekanntesten Autorinnen und wurde wegen ihres naturalistischen Stils als »die deutsche Zolaide« bezeichnet. In ihren Berlinromanen finden sich Milieuschilderungen und Charakterstudien einfacher Leute. So beschrieb sie in dem Roman »Das tägliche Brot« (1900) das Schicksal zweier Dienstmädchen. 1935 erschien ihr letztes Buch »Der Vielgeliebte und die Vielgehaßte« die Liebesgeschichte Friedrich Wilhelms II. (17441797) mit der Trompeterstochter Wilhelmine Encke.
© Edition Luisenstadt, 1998
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