Schleicher, Kurt von

* 7. April 1882 in Brandenburg/ Havel
† 30. Juni 1934 in Neubabelsberg
Militär, Politiker

Er entstammte einer preußischen Offiziersfamilie und bekleidete ab 1931 den militärischen Rang eines Generalleutnants. Seit 1919 im Reichswehrministerium tätig, befaßte er sich mit dem Aus- und Umbau der Reichswehr. Auf Grund seines Einflusses auf die Generalität und seiner Kontakte zur Staatsführung, zu Parteien und zur Industrie stellte er Verbindungen zur Reichswehr her. Der parteilose S. wurde 1932 im Kabinett Franz von Papen (1879–1969) Reichswehrminister. Am 3. Dezember 1932 ernannte ihn der Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847–1934) zum Reichskanzler. S. trat am 28. Januar 1933 vom Amt zurück. Bei Gelegenheit des sogenannten Röhm-Putsches beglich Hitler mit S. alte Rechnungen und ließ ihn von einem SS-Kommando ermorden.

© Edition Luisenstadt, 1998
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