Rabinowitsch-Kempner, Lydia

* 22. August 1871 in Kowno/ Litauen
† 3. August 1935 in Berlin
Naturwissenschaftlerin

In einer jüdischen Familie aufgewachsen, studierte und promovierte sie in der Schweiz. 1894 trat R.-K. als erste weibliche Assistentin eine Stelle am Berliner Institut für Infektionskrankheiten an, das seit 1891 vom Begründer der modernen Bakteriologie Robert Koch (1843–1910) geleitet wurde. Sie war auch die erste Frau in Preußen, die den Professorentitel (1912) verliehen bekam und eine Fachzeitschrift herausgab. Die Wissenschaftlerin konnte die Übertragung der Tuberkelbazillen durch infizierte Kuhmilch nachweisen. 1920 übernahm sie das bakteriologische Institut am städtischen Krankenhaus Moabit, wurde jedoch wegen ihrer jüdischen Herkunft 1934 entlassen. R.-K. fand ihre letzte Ruhe auf dem Parkfriedhof in Lichterfelde.

© Edition Luisenstadt, 1998
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