Poelchau, Harald Gunther

* 5. Oktober 1903 in Potsdam
† 29. April 1972 in Berlin
Theologe

Der Sohn eines Pfarrers gehörte in seiner Studienzeit zum Kreis der Religiösen Sozialisten um Paul Tillich (1886-1965). Nach dem ersten theologischen Examen legte P. 1928 die Fürsorgeprüfung an der Hochschule für Politik ab. 1931 zum Dr. phil. promoviert und 1932 ordiniert, übernahm er ein Jahr später die Pfarrstelle an der Strafanstalt Berlin-Tegel. Dieses schwere Amt des Miterlebens von Gefangenschaft und Hinrichtungen seiner Freunde aus dem Kreisauer Kreis hat den Gefängnispfarrer über 12 Jahre geprägt. Als Seelsorger hat er vielen deutschen und ausländischen Strafgefangenen Trost und Beistand gegeben. Von 1951 bis 1972 wirkte P. als Sozial- und Industriepfarrer. 1972 wurde ihm die Yad Vashem-Medaille verliehen.

© Edition Luisenstadt, 1998
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