Lisco, Gustav Amandus Hermann

* 30. Januar 1850 in Berlin
† 7. November 1923 in Berlin
Jurist

Von 1859 bis 1868 besuchte L. das Friedrich-Werdersche Gymnasium und trat nach dem Studium 1872 in den preußischen Justizdienst. Er wurde zunächst Amtsrichter in Rixdorf und wirkte dann ab 1883 als Landrichter in Berlin. 1903 wurde er Wirklicher Geheimer Oberjustizrat und übernahm 1904 die Personalabteilung im Justizministerium. Zwei Jahre, von 1907 bis 1909, leitete L. als Präsident das Kammergericht. 1909 erhielt er seine Berufung zum Staatssekretär in das Reichsjustizamt . Die anstehende Reform des Straf- und Strafprozeßrechts konnte L. infolge des Krieges nicht zu Ende führen. Im August 1917 wurde er im Zuge der Regierungsumbildung entlassen. Als Dr. jur., Dr. h. c. theol. übernahm er 1922 das Präsidium des Evangelischen Bundes. L. war der Sohn von Gustav Lisco, Pfarrer an der Marienkirche.

© Edition Luisenstadt, 1998
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