Kermbach, Karl Friedrich Otto

* 29. März 1882 in Berlin
† 17. Juni 1960 in Berlin
Musiker und Kapellmeister

Otto K. war nicht nur ein vorzüglicher Interpret Alt-Berliner Melodien, er bewahrte sie auch vor dem Vergessen. Er dirigierte die »Maikäfer«, spielte In den Zelten, in Krolls Garten, im Haus Vaterland, auf Bällen und mehr als dreißig Jahre im Zoologischen Garten. Die Berliner nannten ihn »Otto-Otto«. Als er im alten Sportpalast die Sechs-Tage-Radrennfahrer mit dem Walzer »Wiener Praterleben« aufmunterte, pfiffen die Zuschauer auf dem Heuboden begeistert mit – der »Sportpalast-Walzer« war geboren. Seine Sendung »Olle Kamellen« in der Berliner Funkstunde lief mehr als 2 000 mal. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes konnte 1958 sein 50jähriges Kapellmeister-Jubiläum im Sportpalast feiern. Er fand seine letzte Ruhe auf dem Landeseigenen Waldfriedhof Dahlem (Ehrengrab).

© Edition Luisenstadt, 1998
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