Henoch, Lilli

* 26. Oktober 1899 in Königsberg
1942 in Riga verschollen
Sportlehrerin

In den Jahren von 1920 bis 1926 war H. eine der erfolgreichsten deutschen Leichtathletinnen. Sie startete für den Berliner Sportclub, gewann mehrmals die deutschen Meisterschaften und erzielte im Kugelstoßen und Diskuswerfen Weltrekorde. 1928 beendete sie ein Fachstudium an der Preußischen Hochschule für Leibesübungen in Spandau und war danach als Sportlehrerin tätig. Aufgrund ihrer jüdischen Abstammung verlor sie 1933 ihre Arbeit und wurde aus dem Sportclub ausgegrenzt. Sie trat dem Jüdischen Turn- und Sportclub 1905 bei und unterrichtete an den jüdischen Volksschulen in der Ryke- und Choriner Straße. Am 5. September 1942 wurde sie gemeinsam mit ihrer Mutter in das Ghetto von Riga deportiert. Eine Straße in Prenzlauer Berg und die neu errichtete Sport- und Werferhalle im Sportforum Hohenschönhausen tragen den Namen der unvergessenen Sportlerin.

© Edition Luisenstadt, 1998
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