G. studierte ab 1930 in München, Erlangen, Jena und Bonn. Als Pastor Martin Niemöller (18921984) von den Nationalsozialisten 1938 verhaftet wurde, trat er dessen Nachfolge in der St. Annen-Gemeinde (Dahlem) an. Er predigte gegen die Judenverfolgung, erhielt 1940 Redeverbot und wurde als Sanitäter an die Ostfront geschickt. Seit 1950 Ordinarius in Bonn, wurde er 1957 Professor an der Freien Universität und der Kirchlichen Hochschule. G. war nicht nur ein geschätzter Theoretiker, sondern versuchte seinen christlichen Glauben praktisch umzusetzen. Er wandte sich gegen den Vietnamkrieg, war eine Leitfigur der Studenten- und Friedensbewegung und engagierte sich für die Lösung ökumenischer Problemstellungen. Der mehrfache Ehrendoktor und Träger der Ernst-Reuter-Medaille wurde auf dem Dorffriedhof Dahlem begraben.
© Edition Luisenstadt, 1998
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