Genée, Heinrich Rudolf

* 12. Dezember 1824 in Berlin
† 19. Januar 1914 in Berlin
Schriftsteller

Der Bruder des Komponisten Richard G. besuchte das Gymnasium zum Grauen Kloster, das er jedoch ohne Abschluß verließ. Bei Friedrich Wilhelm Gubitz (1786–1870) erlernte er den Beruf des Holzschneiders. Die Begegnung mit Schriftstellern und Schauspielern im Hause Gubitz regte ihn ebenfalls zum Schreiben an.
Er verfaßte Stücke für kleinere Bühnen, u. a. die Komödie »Das Wunder«, die am Berliner Hoftheater aufgeführt wurde. Als Deklamator und Rezitator von Shakespeare-Sequenzen errang er im In- und Ausland Aufmerksamkeit. Seit 1879 wieder in Berlin, gründete G. 1894 die Berliner Mozart-Gemeinde, deren Präsident er bis zu seinem Tod war. Für seine Verdienste wurde er 1895 mit dem Titel eines Professors geehrt. Kaiser Wilhelm II. (1859–1941) gewährte ihm anläßlich seines 80. Geburtstages (1904) einen jährlichen Ehrensold.

© Edition Luisenstadt, 1998
www.luise-berlin.de