Der Sohn eines Bautischlers absolvierte eine Lehre als Industriekaufmann und war seit dem 18. Lebensjahr Mitglied der SPD. In den 20er Jahren arbeitete er als Sekretär beim Hauptvorstand des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes. Von 1929 bis 1933 vertrat er seine Partei in der Bezirksverordnetenversammlung von Neukölln. Aus Protest gegen die Nationalsozialisten schied er dort aus. Nach 1945 zunächst als Preiskommissar tätig, wurde er 1948 zum Bezirksbürgermeister von Prenzlauer Berg gewählt. Mit der Spaltung der Stadt wechselte er nach Neukölln und wurde dort 1949 ebenfalls Bürgermeister. In seiner zehnjährigen Amtszeit widmete er sich besonders dem Aufbau eines demokratischen Schulwesens und begründete zahlreiche Städtepartnerschaften. Auf Drängen des Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt (19131992) wurde er 1959 zum Senator für Arbeit und Soziales berufen. Er war von 1963 bis 1971 Mitglied des Abgeordnetenhauses und erhielt zu seinem 70. Geburtstag die Würde eines Stadtältesten. 1975 wurde der volksnahe Politiker mit der Ernst-Reuter- Plakette geehrt.
© Edition Luisenstadt, 1998
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