D. entstammte einer vermögenden Hugenottenfamilie. Die Tochter des französischen Kolonisten und Brauereibesitzers Benjamin George heiratete 1781 den Manufakturbesitzer Etienne du Titre, Sohn eines Kattundruckers. Ihres Mundwerks wegen wurde »Madame du Titre« zum Urbild der Berlinerin schlechthin. Ihr Mutterwitz, den sie auch vor »Höhergestellten« zu beweisen wußte, machte D. stadtbekannt. Um sie ranken sich zahlreiche Anekdoten. So soll sie den verwitweten Friedrich Wilhelm III. mit den Worten getröstet haben: »Et is schon schlimm for Ihnen, Majesteteken, wer nimmt heut noch ooch`n Witwer mit sieben Kinderkens.« Sie wohnte mit ihrer Familie im »Knoblauchschen Haus« in der Poststraße 23. Ihr Ehrengrab befindet sich auf dem Evangelischen Kirchhof I der Französischen Gemeinde in der Chausseestraße.
© Edition Luisenstadt, 1998
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