Berlin am 1. Januar
 
1320 Agnes, die Witwe des Markgrafen Woldemar, verfügt, daß die in Berlin und Cölln lebenden Juden künftig ihre Steuern nicht mehr an die markgräflichen Ämter, sondern an die Stadt zu entrichten haben.
1334 Der Rat zu Spandau überläßt dem dortigen Kloster mehrere Grundstücke und die Mitnutzung der gemeinsamen Weide.
1352 Der Propst und der Convent des Klosters zu Spandau gestatten dem Kaland des Landes Barnim, in der Pfarrkirche zu Spandau einen Altar zu errichten.
  
1604 Kurfürst Joachim Friedrich erläßt eine neue Polizeiordnung, »wie es mit Kost, Tracht, Kleidung und etlichen anderen Sachen hinfüro in den Residenzstädten Berlin und Cölln an der Spree soll gehalten werden«.
1688 Ein Reglement für die Porte-Chaisen (Sänften) wird erlassen. Das bedeutete de facto die Anerkennung des ersten öffentlichen Verkehrsmittels der Stadt.
1688 In Berlin wird die Stiftung »Maison française de Charité« mit dem Zweck ins Leben gerufen, mittellosen französischen Flüchtlingen vorübergehend bis zum Aufbau einer sicheren Existenz eine Unterkunft zu gewähren.
1699 Es wird die »Churfürstl. Brandenburgische Post-Ordnung und Taxe in Berlin« erlassen, »darinnen zu ersehen, an welche Oerter Briefe bestellet werden können, und was dafür an Brief-Porto gegeben werden muß ...«.
1701 Maria Margaretha Kirch, die Gattin des Astronomen Gottfried Kirch, beginnt mit einer ununterbrochenen Reihe täglicher Wetterbeobachtungen, die sie am Standort ihrer jeweiligen Wohnung in Berlin durchführte.
1710 Für die auf königliche Anordnung vom 17. Januar 1709 aus den Städten Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt gebildete Einheitsgemeinde Berlin tritt die neue Stadtverfassung in Kraft.
1714 In der Heidereutergasse 4 (Mitte) wird die erste Synagoge Berlins eingeweiht.
1715 Das Glockenspiel der Parochialkirche, ein Geschenk König Friedrich Wilhelms I., erklingt für die Bewohner Berlins zum erstenmal.
1727 Die Heil- und Lehranstalt, zu der das Hospital auf dem Gelände der späteren Charité per königlicher Kabinettsorder umgewandelt wurde, wird unter der Bezeichnung »Lazareth und Hospital vor dem Spandower Thor« eröffnet.
1742 Königin Elisabeth Christine und die Königinmutter Sophie Dorothea empfangen den hohen Adel und den ganzen Hof, um die Glückwünsche zum Neuen Jahr entgegenzunehmen.
1770 Die Altermänner der kombinierten deutschen und französischen Kaufmannsgilde von Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt bescheinigen Johann D. G. Kleine, daß er sechs Jahre lang in der Seidenhandlung Täuffer gelernt hat.
1778 Berlin hat zu diesem Zeitpunkt 9 695 Häuser - nicht inbegriffen die Kirchen, das königliche Schloß und alle öffentlichen Gebäude.
1783 Im Theater in der Behrenstraße kommt es zu einer turbulenten Berliner Erstaufführung des Dramas »Die Räuber« von Friedrich Schiller.
1799 Ganz Berlin begrüßt mit großem Jubel den Invaliden Martin Koch, der seinen 100. Geburtstag feiert. Koch war eine stadtbekannte Persönlichkeit. Er hatte an allen Feldzügen von 1740 bis 1763 teilgenommen.
1802 Der Neubau des Nationaltheaters auf dem Gendarmenmarkt (Mitte) von Carl Gotthard Langhans wird mit der Aufführung von Kotzebues Schauspiel »Die Kreuzfahrer« eingeweiht.
1810 Wilhelm Ludwig Georg Graf zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein wird zum ersten Oberkammerherrn am preußischen Hofe ernannt.
1812 Die Königliche Eisengießerei beginnt mit der Herausgabe von »Eisenkarten«, die als Geschenk nur an den König und Standespersonen vergeben werden. Der Gestalter der ersten Plakette war L. Beyerhaus.
1813 Die erste private Aktiengesellschaft, die Berlinische Feuer-Versicherungs- Anstalt in der Spandauer Straße 81, nimmt ihre Tätigkeit auf.
1814 Daniel Riedel übernimmt die Apotheke »Zum schwarzen Adler« in der Friedrichstraße und legt mit der nachfolgenden Produktion von Drogen und Chemikalien einen Grundstein für die sich später entwickelnde chemische Industrie.
1817 Der Pharmazeut und Chemiker Martin Heinrich Klaproth stirbt in Berlin. Klaproth entdeckte 1789 das Uran sowie die Elemente Zirconium, Titan und Tellur. Ab 1801 war er Leiter des Chemischen Labors der AdW und wurde 1810 erster Ordinarius der Universität.
1819 Die erste Nummer der »Allgemeinen Preußischen Staatszeitung« erscheint.
1822 Der Invalide Martin Herborn bezieht als erster Wächter des Kreuzberg- Denkmals sein Wärterhaus am Fuße des Denkmals.
1824 Die Vossische Zeitung erscheint von nun an täglich außer sonntags.
1824 Der »Berliner Kassen Verein« wird gegründet. Er war sowohl Giro- als auch Diskontbank.
1824 Eine Anordnung bestimmt die allgemeine Einführung von Briefkästen in Berlin und im gesamten preußischen Staat.
1827 Beide Häuser der »Reichwaldtschen Stiftung« in der Schützenstraße werden an Schlachtermeister Rothhämmel verkauft. Die Kapitalzinsen gingen weiter an die Benefiziatinnen entsprechend den Festlegungen der Stifterin Wilhelmine Reichwaldt.
1834 Der 1833 durch Verträge in Berlin gegründete Deutsche Zollverein tritt in Kraft. Der wirtschaftliche Zusammenschluß von Preußen, Hessen-Darmstadt, Kurhessen, Sachsen und der thüringischen Staaten war ein Schritt zu einem nationalen Markt in Deutschland.
1836 In der Akademie der Wissenschaften wird ein neues Publikationsorgan mit dem Titel »Monatsberichte über die zur Bekanntmachung geeigneten Verhandlungen« geschaffen.
1837 Der Arbeitsvertrag Johann Friedrich August Borsigs bei dem Industriellen Franz Anton Egells endet. Borsig hatte neun Jahre dessen Gießerei geleitet.
1839 Prediger Bultmann gründet einen »Verein zur Beaufsichtigung entlassener Strafgefangener und aus Bordellhäusern herausgetretener Frauenzimmer«, aus dem 1840 der »Verein zur Fürsorge entlassener Strafgefangener« hervorging.
1843 In einem vom König geschenkten Haus bei den ehemaligen Pulvermühlen wird das vom »Verein zur Besserung weiblicher Strafgefangener« eingerichtete »Magdalenenstift« durch die Vereinspräsidentin Gräfin von Bohlen eröffnet.
1844 Der 98. Psalm, eine Komposition von Felix Mendelssohn Bartholdy, wird im Berliner Dom uraufgeführt.
1845 Dietrich Reimer gründet in Berlin seinen Verlag, in dem er bis 1891 Veröffentlichungen zur Geographie und Völkerkunde herausgab. Auch unter seinen Nachfolgern blieben der Verlag und die Fachbuchhandlung den Wissenschaften verbunden.
1847 Die erste Pferde-Omnibus-Linie nimmt auf der Strecke Alexanderplatz - Tiergarten ihren Betrieb auf.
1847 Die städtische Gasanstalt am Stralauer Platz nebst einer Gasbehälteranstalt am Koppenplatz und die städtische Gasanstalt am Hellweg (Gitschinerstraße 39-49) nebst einer Gasbehälteranstalt an der Georgenstraße gehen in Betrieb.
1847 Das seit 1826 bestehende Gasversorgungsmonopol der englischen Firma Imperial Continental Gas Association endet. Die Gesellschaft hatte vom Königlichen Innenministerium für 21 Jahre das Recht erhalten, in Berlin Straßen und Plätze zu beleuchten.
1848 Der Architekt Ludwig Lohde übernimmt den Unterricht im Entwerfen von Gebäuden am Gewerbeinstitut in der Klosterstraße (Mitte).
1848 Durch das Ministerium für geistliche, Medizinal- und Kultus-Angelegenheiten wird das Kuratorium für Krankenhaus- und Tierarzneischulangelegenheiten aufgelöst und die Leitung der Tierarzneischule Berlin unmittelbar dem Ministerium unterstellt.
1848 Der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné gibt die Betreuung des Berliner Tiergartens ab.
1850 Die Oberpostdirektion Berlin mit ihrem Dienstsitz in der Königstraße 60 (ab 12. April 1951 Rathausstraße, Mitte) wird gegründet.
1851 Der Botaniker und Mediziner Heinrich Friedrich Link, ab 1815 Professor für Botanik an der Universität und ab 1816 Mitglied der 1809 gegründeten »Gesetzlosen Gesellschaft zu Berlin«, stirbt in Berlin.
1852 Die Berlin-Frankfurter Eisenbahn wird als »Königliche Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn« mit allem Zubehör Eigentum des Preußischen Staates. Sie war die einzige der fünf nach Berlin führenden Fernbahnen, deren Bahnhof innerhalb der Stadtmauer lag.
1856 Der Jurist, Militär und Staatsbeamte Wilhelm Heinrich von Grolmann, Präsident des Kammergerichts zu Berlin und Mitglied des Staatsrates, stirbt in Berlin.
1857 Friedrich Wilhelm Nottebohm wird zum Direktor des Gewerbeinstituts in der Klosterstraße (Mitte) ernannt.
1861 Die Allerhöchste Kabinettsorder vom 28. Januar 1860 über die Eingemeindungen im Norden, Nordwesten und Süden tritt in Kraft. Gesundbrunnen, Wedding, Moabit, Neu-Schöneberg, und Neu-Tempelhof kommen zu Berlin. Berlin wuchs von 3 511 auf 5 923 Hektar.
1865 In Berlin erscheint die Ausgabe Nummer 1 der »Staatsbürger- Zeitung« des »Achtundvierzigers« Friedrich Wilhelm Held. Sie wurde siebenmal wöchentlich herausgegeben und verstand sich als »Organ für das Volk der erwerbstätigen, unbemittelten Klassen«.
1867 Rudolf Mosse gründet im Hause Friedrichstraße 60 (Mitte) eine Annoncen-Expedition, welche die Vermittlung von Anzeigen aus allen Teilen Deutschlands an die verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften übernimmt.
1867 In Berlin erscheint die erste Nummer der Tageszeitung »Die Zukunft«. Sie führte den Untertitel »Demokratische Zeitung« und war den Aussagen von Zeitgenossen zufolge die »geistreichste« Berliner Tageszeitung.
1870 In Berlin wird das Geodätische Institut gegründet.
1870 Das Schulgeld an den Berliner Gemeindeschulen wird aufgehoben.
1871 Eine Darlehenskasse für »alleinstehende, selbständig erwerbstätige Frauen und Mädchen« wird als Lette-Stiftung der Öffentlichkeit übergeben.
1872 Auf der östlichen Hälfte der Ringbahn von Moabit (in der Nähe des späteren Bahnhofs Beusselstraße) bis Schöneberg (in der Nähe des späteren Bahnhofs Ebersstraße) wird der Personenverkehr eröffnet. Der Güterverkehr lief bereits seit dem 17. Juli 1871.
1872 Mit Beginn des Personenverkehrs auf der Ringbahn werden die Bahnhöfe Wedding, Gesundbrunnen, Friedrichsberg (später Frankfurter Allee), Stralau (später Stralau-Rummelsburg bzw. Ostkreuz), Rixdorf (später Neukölln) und Tempelhof in Betrieb genommen.
1872 Erstmals erscheint das von Rudolf Mosse gegründete »Berliner Tageblatt«.
1873 In Berlin wird die »Preußische Geologische Landesanstalt« mit Sitz in der Invalidenstraße 44 (Mitte) auf dem Gelände der früheren Königlichen Eisengießerei gegründet.
1874 In der Elisabethstraße 27a wird eine Anstalt für weibliche Hospitaliten eröffnet. Sie war eine Filiale des 1849 zur Versorgung alter, der Fürsorge der Armenverwaltung anheimfallender Personen gegründeten Friedrich-Wilhelm-Hospitals (Palisadenstraße 37).
1874 Die Vereinigung von Zehlendorf, Schönow und dem Gutsbezirk Düppel zu einem Amtsbezirk wird rechtskräftig. Grundlage war die am 13. Dezember 1872 veröffentlichte neue preußische Kreisordnung.
1874 Die Vereinigung von Deutsch-Rixdorf und Böhmisch-Rixdorf zur Gemeinde Rixdorf unter den Schulzen Schinke für Deutsch-Rixdorf und Wanzlick für Böhmisch-Rixdorf wird für rechtskräftig vollzogen erklärt.
1875 In Berlin tritt wie in ganz Preußen und Sachsen das Reichsmünzgesetz in Kraft, das als einzige Münzeinheit die Goldmark zu 100 Pfennig festlegt. Für die übrigen Landesteile des Deutschen Reiches wurde das Reichsmünzgesetz am 1. Januar 1876 verbindlich.
1876 Die »Berliner Freie Presse« wird als erste sozialistische Tageszeitung in der genossenschaftlichen Allgemeinen Deutschen Associations-Buchdruckerei (seit 1875 in Berlin) gedruckt.
1876 Wie in Preußen und Sachsen seit dem 1. Januar 1875 wird nun die Reichsmark zu 100 Pfennig als alleiniges, einheitliches und gesetzliches Zahlungsmittel im gesamten Deutschen Reich eingeführt.
1876 Der Preußische Staat tritt die Straßen und Brücken in Berlin an die Stadt ab. Unberührt davon blieben die öffentlichen Wasserstraßen, Häfen und Ufereinfassungen.
1876 Der Reichstag vereinigt auf Vorschlag des Generalpostmeisters Heinrich Stephan Post und Telegraphie.
1876 Im Zuge der Vereinheitlichung des Geldwesens gemäß Reichsmünzgesetz vom 4. Dezember 1871 wird in Berlin die Reichsbank gegründet.
1876 Der »Verein der Apotheker Berlins« hält von nun an für seine Berliner ordentlichen Mitglieder wissenschaftliche Journale und Zeitschriften. Zur Deckung der Kosten wurde von jedem Mitglied ein jährlicher Beitrag von fünf Mark erhoben.
1877 Charlottenburg scheidet aus dem Teltower Kreis aus und bildet einen eigenen Stadtkreis.
1877 Die Neue Berliner Pferdebahn-Gesellschaft nimmt ihren Betrieb zwischen Weißensee und Alexanderplatz auf. Ihre Linien verbanden in der Folgezeit Weißensee und Lichtenberg mit Berlin.
1878 Alexander Grau wird in Friederikenthal (Preußisch-Eylau) geboren. Grau war bis 1918 Pressechef im Preußischen Kriegsministerium, trat im selben Jahr auf Wunsch der Obersten Heeresleitung in den Vorstand der Ufa ein und baute die Abteilung Kulturfilm auf.
1878 Die 46,3 km lange Schlußstrecke der Nordbahn Demmin - Stralsund und damit die Gesamtstrecke Berlin - Stralsund wird eröffnet.
1878 Das Radialsystem III der Berliner Stadtentwässerung wird mit einem ersten Pumpwerk am Landwehrkanal in Betrieb genommen.
1879 Otto Alfred Stolzenberg wird in Strelno (Posen) geboren. Er studierte Maschinenbau an der Technischen Hochschule zu Berlin sowie Nationalökonomie an der Berliner Universität. Er arbeitete als Dozent im Gewerbe- und Berufsschulbereich in Charlottenburg.
1879 Als Nachfolger von Ernst Fidicin übernimmt Dr. Paul Clauswitz neben der Leitung des städtischen Archivs und der Magistratsbibliothek die technische Verwaltung der Berliner Volksbibliotheken.
1880 Ernst Gennat wird in Berlin geboren. Gennat war in in der Zeit der Weimarer Republik in Berlin als Chef des Morddezernats bzw. der Zentralen Mordinspektion erfolgreichster Kriminalist der Berliner Polizei.
1880 Josephine Schulze, eine namhafte Sängerin in der Zeit des dominierenden Komponisten Spontini, stirbt in Freiburg im Breisgau. Nach Gastspielen 1810 und 1811 war sie ab 1813 fest an der Berliner Oper engagiert.
1881 Hermann Settegast wird an die Landwirtschaftliche Hochschule zu Berlin berufen, wo er Vorlesungen über Betriebslehre und Tierzucht hält.
1883 Die Berliner Heinrich Quistorp und Bernhard Förster brechen zu einer Reise nach Paraguay auf. Sie wollten an den Ufern des Parana die Siedlung »Neu- Germanien« gründen.
1883 Die Berlin-Görlitzer und die Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahngesellschaften werden verstaatlicht.
1883 In der Neujahrsnacht herrscht in Berlin offener Belagerungszustand. Polizeioberst Herquet war der Kommandeur der Schutzmannschaft.
1883 In den Spittelkolonnaden dürfen die Ladeninhaber noch bis auf weiteres ihre Waren im Säulengang ausstellen.
1883 Für Berlin tritt der Schlachtzwang (Schlachthauszwang) in Kraft. Er galt sowohl für den städtischen Zentralviehhof als auch für die Fleischschauämter in den Stadtbezirken. Wegen Seuchengefahr durfte nur an den zugelassenen Stellen geschlachtet werden.
1883 Der Salon zum Fürsten Blücher, ein altes Berliner Tanzlokal, ist zum letztenmal geöffnet. Er sollte später in einen Betsaal umgewandelt werden.
1883 Die Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin nimmt ihre Tätigkeit auf.
1885 Die Berlin-Stettiner Eisenbahngesellschaft wird verstaatlicht.
1886 Die Berlin-Anhaltinische Eisenbahngesellschaft und die Berlin-Lehrter Eisenbahngesellschaft werden verstaatlicht.
1886 Der Neujahrsmorgen wird nach alter Sitte durch eine Festmusik von der Galerie des Berliner Rathauses eingeleitet.
1886 Die Stadtfernsprecheinrichtung wird vom Haupttelegrafenamt abgetrennt und dem neugeschaffenen Amt in der Oranienburger Straße 70 zugeschaltet.
1887 In Berlin wird mit regelmäßigen Aufzeichnungen über die Höhe der Schneedecke begonnen.
1887 Die Große Berliner Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft übernimmt die Pferde-Eisenbahn der Gemeinde Rixdorf.
1890 Im Berliner Stadtbahnverkehr wird der fünf-Stationen-Tarif eingeführt.
1891 Nach der Aufhebung des Sozialistengesetzes erscheint die erste Ausgabe der SPD- Parteizeitung »Vorwärts«, die aus dem von Paul Singer 1876 gegründeten »Berliner Volksblatt« hervorgegangen war. Die Leitung des »Vorwärts« übernahm Wilhelm Liebknecht.
1893 Die Telegrapheneinrichtung der Berliner Feuerwehr zählte eine Zentralstation, 119 Sprechstationen und 350 Feuermeldestationen mit 380 Apparaten.
1893 Das zur Personenbeförderung dienende öffentliche Fuhrwesen Berlins, Droschken und Omnibusse, hat 6 329 Fuhrwerke und 10 574 Pferde in Betrieb. Die Straßenbahngesellschaft versah ihren Dienst mit 1 866 Wagen und 6 142 Pferden.
1893 Die Grundgebühren bei der Glüh- und Bogenlampennutzung werden festgelegt. Die Gebühren bei Glühlampen ohne Lampenersatz betrugen zwei Mark pro Jahr, bei Bogenlampen 15 Mark pro Jahr. 90 % der Abnehmer gingen zur Selbstbeschaffung der Lampen über.
1893 Im Hauptgebäude des im Oktober 1892 in Dienst gestellten »Meteorologisch-Magnetischen Observatoriums« in Potsdam wird das Meßprogramm aufgenommen.
1894 Der Physiker Prof. Heinrich Rudolf Hertz stirbt in Bonn. Hertz ging 1878 nach Berlin, promovierte dort 1880 und wurde Assistent von H. v. Helmholtz. 1886 - 1888 gelang ihm die Erzeugung und zugleich der Nachweis elektromagnetischer Wellen.
1894 In Berlin umfassen die Fernsprecheinrichtungen 40 980 km oberirdische Leitungen und 603 km Kabel mit 17 649 Leitungen.
1894 Hermann Kossel, Assistenzarzt am Institut für Infektionskrankheiten, beginnt in Berlin im Krankenhaus Moabit mit der Erprobung des Diphtherieserums Emil von Behrings.
1894 Die Kanalisationsanlagen der Stadt Berlin umfassen zu diesem Zeitpunkt 143 854,31 m Kanäle und 582 143,34 m Tonrohrleitungen. Es gab 19 492,34 m Notauslässe, 2 005 Mannslöcher, 8 874 Revisionsbrunnen und 14 204 Gullys.
1895 Die Grundgebühr für Glühlampen beträgt eine Mark pro Jahr und für Bogenlampen 7,5 Mark pro Jahr. Die Installation auf Kosten der »Berliner Elektricitäts-Werke« (BEW) wurde gegen eine jährliche Miete (Beisteuer-Installation) eingeführt.
1895 Im Haus der Volks-, Kaffee- und Speisehallen-Gesellschaft in der Neuen Schönhauser Straße 13 (Mitte) wird die erste private Volkslesehalle eröffnet. Zwei Zimmer mit 80 Plätzen standen zur Verfügung, in denen 53 Journale und 43 Zeitungen ausgelegt waren.
1896 Die Grundgebühren für Glüh- und Bogenlampen werden aufgehoben.
1896 Die Kilowattstunde (kWh) wird als Maßeinheit der Leistung eingeführt. Gesetzlich erfolgte die Einführung erst 1901. Durch den Umbau der Amperestundenzähler in Wattstundenzähler wurde die Abrechnung wesentlich vereinfacht.
1898 Bei der AEG und deren Tochtergesellschaften wird die freie ärztliche Behandlung der Angehörigen aller seit sechs Wochen bei der AEG beschäftigten Arbeiter, Monteure und Hilfsmonteure eingeführt (Mathilde-Rathenau-Stiftung).
1900 Die »Neue Berliner Pferdeeisenbahn-Gesellschaft« wird von der »Großen Berliner Straßenbahn Aktien-Gesellschaft« übernommen.
1900 Dr. Berthold Reiche übernimmt die Leitung der Bibliothek der Berliner Kaufmannschaft.
1900 Das neue Jahrhundert wird mit Salutschüssen der im Lustgarten aufgestellten Batterien begrüßt. Fanfarentuschs vom Rathausbalkon, ohrenbetäubender Lärm Tausender Mundharmonikas, Trompeten, Knarren und »Waldteufel« unterstrichen den Jahreswechsel.
1901 Der Bahnhof Papestraße (Schöneberg) an der Ringbahn wird eröffnet.
1901 Für die Angestellten der »Berliner Elektricitäts-Werke« (BEW) wird eine Ruhegeldkasse gegründet, die bei dauernder Erwerbsunfähigkeit ein lebenslängliches Ruhegehalt gewährt.
1901 Die Physikalisch-Technische Reichsanstalt in Berlin schließt alle Réaumurthermometer von der Prüfung aus.
1901 Das im Jahre 1884 gegründete »Berliner Wetterbureau« gibt im amtlichen Auftrag die erste Berliner Wetterkarte heraus. Sie erschien fortan täglich bis 1918.
1901 Bei der Großen Berliner Straßenbahngesellschaft wird der 10-Pfennig- Einheitstarif eingeführt.
1902 Der Kunstwissenschaftler Eduard Jacobsthal, Dozent an der Bauakademie und später an der Technischen Hochschule in Charlottenburg, stirbt in Berlin.
1902 Für Reklame-, Treppen- und Hausnummernbeleuchtung wird ein Sondertarif von 35 Pfennig/kWh bei einem Mindestverbrauch von 1 200 Brennstunden/Jahr festgelegt. Anlagen dieser Art wurden von den Elektrizitätswerken installiert und gegen Miete betrieben.
1902 Ernst Heinitz wird in Berlin geboren. Heinitz war ab 1952 Professor für Strafrecht an der Freien Universität Berlin und deren Rektor vom Wintersemester 1961/62 bis einschließlich Sommersemester 1963.
1903 In Berlin wird die Tageszeitung für Brauerei gegründet. Sie sollte sich mit den wirtschaftspolitischen Fragen des Braugewerbes befassen.
1903 Für Fahrstuhllampen wird der Krafttarif von 16 Pfennig/kWh eingeführt.
1904 Der Lichtstrompreis wird auf 40 Pfennig/kWh festgelegt. Der Benutzungsdauer-Rabatt fiel weg und die Sondertarife wurden auf 30 Pfennig/kWh herabgesetzt. Die Hausanschlußkosten wurden zukünftig gegen einmalige Beisteuer des Abnehmers vom Werk getragen.
1905 Die erste Nummer der Monatsschrift »Mitteilungen der Berliner Elektricitäts-Werke« erscheint.
1905 Der Geophysiker Alfred Wegener beginnt seine Tätigkeit als technischer Assistent am aeronautischen Observatorium der Berliner Universität, das am 1. April 1905 nach Lindenberg umzog.
1905 Aufgrund eines vorangegangen königlichen Erlasses vereinen sich die beiden Landgemeinden (Alt-)Weißensee und Neu-Weißensee zu einer einheitlichen Gemeinde Weißensee.
1905 Der »Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins« gibt das Wochenblatt »Die Arbeitende Jugend« heraus.
1907 Das Schiller-Theater in Charlottenburg wird eröffnet.
1908 Der Physiker Prof. Karl Adolf Paalzow, langjähriger Dozent an der Technischen Hochschule in Charlottenburg, stirbt in Berlin.
1909 Dem Institut für Gärungsgewerbe und Stärkefabrikation in Berlin wird eine Abteilung für Trinkbranntwein- und Likörfabrikation angegliedert (später Forschungsinstitut für Technologie der Trinkbranntwein- und Likörfabrikation).
1909 Das Postscheckamt in der Dorotheenstraße (Mitte) wird eröffnet.
1909 Der Nachttarif von 16 Pfennig/kWh wird für die Zeit zwischen 22.00 und 7.00 Uhr bei einem Mindestverbrauch von 500 Mark/Jahr festgelegt. Die Garantiebedingungen für Akkumulatoren-Anlagen wurden erleichtert.
1910 Die Hochbahngesellschaft eröffnet ihre zweite Flachbahn (Straßenbahn) von der Warschauer Brücke in Richtung Lichtenberg, zunächst bis Bahnhof Frankfurter Allee. Die erste Flachbahn führte seit Oktober 1901 von der Warschauer Brücke zum Zentralviehhof.
1910 Die »Gesellschaft für Hochschulpädagogik« wird in Berlin gegründet. Sie war aus dem »Verband für Hochschulpädagogik« hervorgegangen.
1911 Zwischen den »Berliner Elektricitäts-Werken« (BEW) und der Großen Berliner Straßenbahn wird ein neuer bis 1949 gültiger Stromlieferungsvertrag mit günstigeren Rabattsätzen abgeschlossen.
1911 Für Reklamebeleuchtung ist ein Tarif von 16 Pfennig/kWh bereits ab 20.00 Uhr, statt bisher ab 21.00 Uhr, zulässig. Beisteuer- Installationen wurden nicht mehr ausgeführt.
1911 Die Berliner »Neue Preußische Zeitung«, für die die Bezeichnung »Kreuz-Zeitung« schon länger im Gebrauch ist, erscheint mit verändertem Kopf, dem das Wort »Kreuz« in Klammern beigefügt wurde. Die Zeitung hieß nun »Neue Preußische (Kreuz-)Zeitung«.
1912 In Berlin sind zur Personenbeförderung 655 Krafträder und 4 958 Kraftwagen registriert.
1912 Erich Campe wird geboren. Der Boxer gewann bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1932 als Berliner Teilnehmer im deutschen Aufgebot die Silbermedaille im Weltergewicht. Campe Deutscher Meister 1932, 1934 und 1936.
1913 Der Katalog der Bibliothek des Reichspatentamtes enthält ein Standortverzeichnis mit 1 491 Druckseiten und ein alphabetisches Register mit 4 570 Druckspalten. Die Neuzugänge wurden jetzt wöchentlich erfaßt und eingeordnet.
1913 Der Ingenieur Wilhelm Hoff übernimmt die Leitung der Flugzeugabteilung der Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL). Hoff arbeitete u.a. Festigkeitsverfahren und Berechnungsgrundlagen für Holme und Flügel aus.
1914 Die »Allgemeine Ortskrankenkasse der Stadt Berlin« wird durch den Zusammenschluß von 39 Krankenkassen gegründet.
1914 Im Deutschen Opernhaus zu Charlottenburg wird zum erstenmal Richard Wagners »Parsifal« gegeben.
1914 Die »Vossische Zeitung« wird in den Ullstein-Verlag eingegliedert. Am 2. August zog die Redaktion von der Breiten Straße in das Ullstein-Haus.
1914 An der meteorologischen Station auf dem Gelände der Höheren Gärtnerlehranstalt Dahlem werden 37 cm Schneehöhe registriert. Das war die größte Schneehöhe im Beobachtungszeitraum 1908 bis 1924.
1918 Die »Südliche Berliner Vorortbahn Aktiengesellschaft« und die »Nordöstliche Berliner Vorortbahn AG« werden von der »Großen Berliner Straßenbahn Aktien Gesellschaft« übernommen.
1918 F. Schaefer, der am 1. Dezember 1915 aus dem Vorstand ausgeschieden war, tritt nach zweijähriger Tätigkeit beim »Märkisches Elektricitätswerk AG« (MEW) wieder in den stellvertretenden Vorstand der »Städtische Elektrizitätswerke Berlin« (StEW) ein.
1918 In der Volksbühne am Bülowplatz (Rosa-Luxemburg-Platz, Mitte) findet die Premiere von Heinrich von Kleists Drama »Die Hermannschlacht« statt.
1919 Der Teuerungszuschlag für elektrischen Niederspannungsstrom hat 100 % erreicht.
1920 Bei einem Brand des Böhmischen Brauhauses (Friedrichshain) brennt der Dachstuhl ab. Während der Dachstuhl brannte und die Feuerwehr mit dem Löschen beschäftigte war, wurde im Festsaal weiter gefeiert.
1920 Der Ingenieur Wilhelm Hoff, stellvertretender Direktor der Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL), wird mit der Leitung der DVL beauftragt.
1920 Die Anzeigensteuer tritt in Kraft.
1920 Der Teuerungszuschlag für elektrischen Niederspannungsstrom hat 300 % erreicht.
1921 Die Omnibuslinie A 5 »Stettiner Bahnhof - Steglitz, Rathaus« wird mit einer Streckenlänge von 10,88 km in Betrieb genommen.
1922 Die Sondertarife für elektrischen Niederspannungsstrom werden aufgehoben. Beim Hochspannungstarif trat an die Stelle der Kohlenklausel der Brennstoff- Verrechnungspreis, der u.a. den Fremdstrompreis berücksichtigte.
1922 In Hochspannungsabkommen zur Stromversorgung werden Blindstromklauseln eingeführt.
1923 Der Preis für elektrischen Niederspannungsstrom je kWh beträgt 275 Mark.
1923 Auf Basis des Stromlieferungsvertrages der »Städtischen Elektrizitätswerke« mit der »Berliner Nord-Süd-Bahn- Aktiengesellschaft« vom 21./29. November 1922 erfolgt die erste Bahnstromlieferung. Die bereitzustellende Leistung betrug mindestens 4 000 kVA.
1923 In Mariendorf wird eine leerstehende Schulbaracke als Jugendheim eingerichtet, in dem sechs Jugendvereine ihre Zusammenkünfte abhalten. Das Heim wurde aus schultechnischen Gründen am 1. April 1923 in das alte Schulgebäude in der Dorfstraße 7 verlegt.
1923 Mit einer Aktion der »produktiven Erwerbslosenfürsorge« werden 110 Projekte in Angriff genommen. Davon waren 42 am Ende des Jahres nicht beendet und wurden als »Notstandsarbeiten« weitergeführt.
1924 Der Pachtzins und die Entschädigung für die Benutzung, Unterhaltung und Entwertung von Straßen, Plätzen und Kanälen wird laut Pachtvertrag zwischen der Stadt Berlin und der Bewag vom 21. Dezember 1923 auf 5 % der Stromverkaufseinnahme festgelegt.
1924 Von der »Berliner Städtische Elektrizitätswerke Aktien- Gesellschaft« (Bewag) werden folgende Anlagen übernommen: Sieben Kraftwerke, 23 Abspannwerke, 29 Umformwerke, etwa 120 km Freileitungen und etwa 1 100 km Telefon- und Prüfdrahtnetz.
1924 In Steglitz wird die freie Schuhmacherinnung geschlossen und dafür eine Zwangsinnung für Schuhmacher geschaffen, die zusätzlich die Orte Friedenau, Dahlem, Mariendorf, Tempelhof sowie die Stadt Teltow und die Gemeinde Stahnsdorf/Kreis Teltow umfaßte.
1924 Die »Berliner Städtische Elektrizitätswerke Aktien- Gesellschaft« (Bewag) übernimmt auf der Basis des Pachtvertrages vom 21. Dezember 1923 sämtliche Anlagen, Einrichtungen, Rechte und Verbindlichkeiten der Berliner Stromversorgung auf 50 Jahre.
1924 Der monatliche Geldeinzug bei der Stromversorgung wird wieder eingeführt.
1925 Bei der Bewag wird das Rechnungsbüro Spandau eröffnet.
1926 Die von Kriminalrat Ernst Gennat aus dem Morddezernat geschaffene Zentrale Mordinspektion beim Berliner Polizeipräsidium tritt in Funktion.
1926 Der Chemiker Ludwig Landshoff stirbt in Berlin. Der Chemiker gründete zusammen mit Paul Joachim Meyer die Chemische Fabrik Grünau und war bis 1917 in der Firmenleitung tätig.
1926 Der Pachtzins und die Entschädigung für die Benutzung, Unterhaltung und Entwertung von Straßen, Plätzen und Kanälen wird laut Pachtvertrag zwischen der Stadt Berlin und der Bewag vom 21. Dezember 1923 auf 8 % der Stromverkaufseinnahme festgelegt.
1927 Der Naturwissenschaftler Fritz Henning übernimmt die Abteilung III der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt.
1928 In der Stadt sind 9 115 Kraft- und 281 Pferdedroschken im Einsatz.
1928 Der Stromlieferungsvertrag von 1922 mit der »Elektrowerke Aktiengesellschaft« (Ewag) wird geändert. Die bereitzustellende Leistung bei der Stromversorgung wurde auf 80 000 kW erhöht. Der Vertrag wurde bis 1943 verlängert.
1928 Der Vertrag zwischen der »Elektrowerke Aktiengesellschaft« (Ewag) und der Städtischen und Kreis-Kraftwerk Spandau G.m.b.H. vom 22. Februar 1924 wird aufgehoben. Die bisherige Stromlieferung nach Spandau wurde in den Vertrag mit der Bewag einbezogen.
1928 Ein neuer Nahverkehrstarif wird eingeführt, der die Umsteigeberechtigung zwischen Straßenbahn, Omnibus, U-Bahn und Deutscher Reichsbahn (Nahverkehr) enthält.
1928 Die »Elektricitätswerk Südwest Aktiengesellschaft« (ESA) führt auf Veranlassung des Magistrats in ihren Versorgungsgebieten Schmargendorf, Schöneberg und Wilmersdorf den Grundgebührentarif der Bewag für Niederspannungsabnehmer ein (100 000 Haushalte).
1929 Die Berliner Verkehrs-Aktiengesellschaft (BVG), die unter maßgeblichem Einfluß des Verkehrsstadtrates Ernst Reuter (SPD) entstanden war, übernimmt den gesamten Betrieb der Straßenbahn-Betriebs-GmbH, der Omnibus-AG und der Hochbahngesellschaft.
1929 Die Bewag eröffnet in der Köpenicker Straße (Mitte) und in der Sellerstraße (Wedding) Rechnungsbüros.
1929 Die Berliner Verkehrs-Aktiengesellschaft (BVG) übernimmt die Betriebsführung der Kleinbahn Bötzow - Spandau (Linie 120) sowie die Strecke Nieder-Neuendorf - Hennigsdorf.
1930 Auf Anordnung des Generalstaatsanwalts beim Kammergericht werden sämtliche Verkehrsstrafsachen aus den Bezirken der Landgerichte I, II und III, die bisher von den Staatsanwaltschaften II und III bearbeitet wurden, von der Staatsanwaltschaft I übernommen.
1930 Die Reichsbahndirektion Berlin befördert am Neujahrstag, trotz Fehlens des Berufsverkehrs, 1,1 Millionen Fahrgäste.
1930 Mit Beginn des neuen Jahres wird die Hundesperre (Leinenzwang für Hunde) aufgehoben. Es wurde empfohlen, die Hunde nicht gleich frei umherlaufen zu lassen, da viele Tiere aufgrund der ihnen ungewohnten Freiheit verlorengehen könnten.
1930 Die Niederspannungs-Arbeitsgebühr nach Tarif I wird um vier Reichspfennig auf 20 Reichspfennig/kWh und nach Tarif II um 10 Reichspfennig auf 50 Reichspfennig/kWh erhöht. Die Mehreinnahmen mußten restlos an die Stadt Berlin abgeführt werden.
1930 In Berlin gibt es noch 246 Pferdedroschken, von denen die meisten an Bahnhöfen, insbesondere am Bahnhof Friedrichstraße (Mitte), auf ihre Gäste warteten.
1930 Die Verfügung des Magistrats vom 15. November 1929 über die Seelsorge in städtischen Krankenhäusern tritt in Kraft. Vom Patienten wurde eine Willenserklärung über die seelsorgerische Betreuung verlangt.
1930 Im Wartesaal des Bahnhofs Zoo werden zwei junge Burschen beim Verkauf von Wein und Likör festgenommen. Sie hatten die Ware bei einem Schaufenstereinbruch an der Ecke Bismarck-/Wilmersdorfer Straße (Charlottenburg) gestohlen.
1931 Kurz nach Mitternacht wird der 23jährige Willy Schneider in der Wohnung seiner Eltern in der Hufelandstraße 31 (später 39, Prenzlauer Berg) von einem SA-Mitglied erschossen. Seine Beisetzung erfolgte am 7. Januar.
1931 Die »Berliner Kraft- und Licht-Aktiengesellschaft« (BKL), die am 11. Mai 1931 gegründet wurde, übernimmt rückwirkend von der Stadt Berlin als Tochtergesellschaft die Bewag samt aller Aktien, Anlagen, Rechte und Verbindlichkeiten.
1931 Gustav Wilkens, langjähriges stellvertretendes Mitglied des Vorstandes der Bewag, tritt in den Ruhestand. Unter seiner Leitung entstanden die ausgedehnten Nieder- und Hochspannungsnetze der Berliner Stromversorgung.
1932 Der bis dahin stellvertretende Direktor Dr. Lutz Heck übernimmt die Nachfolge seines Vaters, des Direktors des Zoologischen Gartens zu Berlin, Prof. Ludwig Heck. Lutz Heck war seit 1. April 1923 wissenschaftlicher Assistent im Garten.
1933 In Berlin werden 166 152 Wohngebäude mit 1 357 812 Wohnungen registriert. Davon hatten 921 730 Wohnungen (67,1 %) nur ein bis zwei Zimmer.
1933 Der Journalistenwettbewerb »Mit Hitler in die Macht« wird beendet. Es wurden 800 Einsendungen registriert, darunter einige von Nichtjournalisten.
1933 Nach einer Verordnung der Reichsregierung sind vom 1. Januar 1933 an in Städten mit über 100 000 Einwohnern Einheitspreisgeschäfte nicht mehr zulässig.
1933 Der 16jährige Hitler-Junge Walter Wagnitz wird im Wedding durch einen Dolchstoß in den Unterleib getötet. Er war das 15. Todesopfer aus der Nazi-Bewegung. Täter sollte ein Mann namens Sarow gewesen sein.
1934 Der Kriminalist Arthur Nebe, der in den zwanziger Jahren zunächst das Rauschgift-, später das Raubdezernat bei der Berliner Polizei leitete, im preußischen Geheimen Staatspolizeiamt arbeitete, wird zum Leiter des preußischen Landeskriminalamtes ernannt.
1934 Die Silvesternacht verläuft in Berlin relativ ruhig. Insgesamt wurden 29 Personen festgenommen. Im Jahr zuvor waren 230 Personen ins Polizeipräsidium eingeliefert worden.
1934 Georg Schlesinger, Dozent für Werkzeugmaschinen, Fabrikanlagen und Fabrikbetriebe an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg, wird seiner jüdischen Herkunft wegen in den Ruhestand versetzt.
1935 Eine Polizeiverordnung ermöglicht erstmals den Blumenläden Berlins, an Sonn- und Feiertagen von 9.00 bis 11.00 Uhr ihre Läden offenzuhalten. Die Friedhofs-Blumengeschäfte durften von 11.30 bis 16.30 Uhr öffnen.
1935 Die Berliner »Deutsche Zeitung« stellt ihr Erscheinen ein. Sie war bereits am 1. August 1934 für einige Tage verboten worden.
1935 Der Verkauf der Olympia-Stadion-Pässe (Karten für mehrere Veranstaltungen) für die XI. Olympischen Spiele in Berlin beginnt.
1935 Der Chemiker Fritz Straßmann erhält eine Anstellung als Assistent am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie.
1935 Die »Berliner Burschenschaft Arminia« hat zu diesem Zeitpunkt 399 Mitglieder. Davon waren 345 Alte Herren und 54 Aktive.
1936 Der französische Botschafter in Berlin, André François-Poncet, gibt für die französische Kolonie in Berlin einen Neujahrsempfang. Die Franzosen seien stets bereit, »eine aufrichtig dargebotene Hand ebenso aufrichtig zu ergreifen ...«.
1936 An vier Stellen Berlins findet um 6.30 Uhr das »Große Wecken« der Wehrmacht statt.
1936 Reichspropagandaminister Joseph Goebbels hält über die Berliner Sender eine Neujahrsansprache. 1935 sei durch den »Sieg an der Saar, die Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit und den Abschluß des deutsch- englischen Flottenabkommens« geprägt worden.
1936 Das Strandbad Müggelsee in Rahnsdorf wird der Verwaltung des Bezirks Köpenick übergeben.
1936 Die Reichsrundfunkgesellschaft in Berlin teilt mit, daß im Einvernehmen mit allen zuständigen Stellen Reklamesendungen ab 1. Januar 1936 fortfallen.
1936 Die Berliner S-Bahn befördert am Neujahrstag insgesamt 980 000 Fahrgäste. Den am häufigsten frequentierten Bahnhof Zoologischer Garten passierten 26 000 Fahrgäste.
1936 Im Ufa-Palast am Zoo hat der Film »Tag der Freiheit, unsere Wehrmacht - Nürnberg 1935« von Leni Riefenstahl in Anwesenheit von Adolf Hitler Uraufführung.
1937 Das »Gesetz über die Verfassung und Verwaltung der Reichshauptstadt Berlin« (am 1. Dezember 1936 von der Reichsregierung erlassen) tritt in Kraft. Die Reichshauptstadt wurde »ein Stadtkreis mit den Aufgaben eines Provinzialverbandes«.
1938 Dem Geologen August Stappenbeck wird das Ordinariat für Lagerstättenkunde an der Technischen Hochschule in Charlottenburg übertragen, das er bis 1945 innehatte.
1938 Die »Berliner Verkehrs-Aktiengesellschaft« (BVG) wird in einen stadteigenen Betrieb umgewandelt und heißt fortan »Berliner Verkehrs- Betriebe«. Die Kurzbezeichnung BVG blieb erhalten.
1939 Renate Breuer wird geboren. Die Berliner Kanurennsportlerin errang bei den Olympischen Spielen in Mexiko-Stadt 1968 die Silbermedaille im Einer-Kajak über 500 m. Im Vierer-Kajak über 500 m wurde sie 1966 Vize-Weltmeisterin.
1939 Das »Berliner Tageblatt« und die »Neue Preußische (Kreuz- )Zeitung« stellen ihr Erscheinen ein.
1940 Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik in Berlin wird vollständig unter die Leitung und Verwaltung des Heereswaffenamtes gestellt.
1940 Bernd Barleben wird in Berlin geboren. Der Radsportler errang bei den Olympischen Spielen in Rom 1960 die Silbermedaille im 4000-m- Mannschaftsverfolgungsrennen.
1941 Die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte in Berlin beträgt 19 000 (1 % aller in der Stadt beschäftigten Personen).
1941 Der Kernphysiker F. G. Houtermans beginnt eine Tätigkeit im Lichterfelder Labor des Technikers Manfred von Ardenne. Houtermans führte Experimente über den Energieverbrauch bei der Isotopentrennung durch.
1944 Laut Statistischem Amt der Reichshauptstadt sind in Berlin 335 551 Ausländer gemeldet.
1946 Die Deutsche Zentralverwaltung für Handel und Versorgung, eine der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) unterstellte Behörde, übernimmt die Finanzierung und Bewirtschaftung des »Instituts für Zuckerindustrie« in der Amrumer Straße 32 (Wedding).
1946 Die ehemalige Forschungsanstalt für Fischerei in Friedrichshagen wird der Deutschen Zentralverwaltung für Handel und Versorgung in der Sowjetischen Besatzungszone unterstellt.
1946 Die ehemalige Biologische Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Dahlem wird von der Deutschen Zentralverwaltung für Land- und Forstwirtschaft in der Sowjetischen Besatzungszone übernommen.
1947 In Berlin treten umfangreiche Stromeinschränkungen in Kraft.
1947 Die Sternwarte in Babelsberg wird wieder der Akademie der Wissenschaften, seit 1. August 1946 Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, angeschlossen.
1947 Die erste Nummer der »Tribüne«, Zentralorgan des Bundesvorstandes des FDGB, erscheint in Fortsetzung der seit dem 9. Oktober 1945 herausgegebenen Zeitung »Freie Gewerkschaft« in Berlin.
1950 Die Deutsche Reichsbahn übernimmt den Betrieb der Neukölln- Mittenwalder-Eisenbahn auf der in der DDR verlaufenden Strecke. Sie diente erst dem Ausbau des südlichen Außenrings. 1951 wurde der Verkehr zwischen Schönefeld und Mittenwalde Nord eingestellt.
1950 An der Ingenieurschule Beuth erscheint der »ISB-Spiegel« des Beuth- AStA. Er wurde alle vier Wochen herausgegeben, ab 1956 unter dem Titel »beuth-spiegel« bzw. »magnet«.
1952 Dem Institut für Landwirtschaftliche Betriebslehre der Landwirtschaftlich- Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin wird eine Abteilung »Landarbeitslehre« angegliedert.
1952 Ex-Studenten aus der Gründerzeit des Beuth-AStA gründen eine Ingenieur-Vereinigung Beuth e. V. Der Verein bemühte sich um die berufliche und gesellschaftliche Förderung seiner Mitglieder.
1955 Ernst Justus Kohlmeyer, Professor für Metallhüttenkunde an der Technischen Universität Berlin, wird emeritiert.
1955 Die letzte private Omnibuslinie in Berlin (Firma Bracht) von Wannsee nach Heckeshorn wird eingestellt und durch die BVG-Linie 51 ersetzt.
1955 An der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt- Universität zu Berlin wird ein Institut für Mikrobiologie gegründet.
1960 Der Zentralzirkus der DDR mit Sitz in Berlin wird gebildet. Er bestand aus den volkseigenen Zirkusunternehmen »Aeros«, »Busch« und »Berolina« (vormals »Barlay«).
1961 Die Publikation der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin nimmt wieder den Titel »Tageszeitung für Brauerei« an und erscheint dreimal in der Woche.
1963 Der Staatsverlag der DDR nimmt in Ost-Berlin seine Tätigkeit auf. Er unterstand dem Ministerrat und gab amtliche Dokumente der Volkskammer und anderer staatlicher Organe sowie Zeitschriften für Staats- und Rechtsfragen heraus.
1963 Mit Wirkung vom 1. Januar 1963 wird das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übernommen.
1963 Auf Beschluß des Magistrats wird durch die Zusammenlegung verschiedener Gesundheitseinrichtungen das Krankenhaus Berlin-Buch zum Klinikum Berlin-Buch umgebildet.
1963 Die Besatzung eines DDR-Patrouillenbootes erschießt gegen 6.15 Uhr nahe der Oberbaumbrücke einen Flüchtling, der, durch die Spree schwimmend, West-Berlin erreichen wollte.
1964 Das Chemieunternehmen Riedel-De HaČn besteht 150 Jahre (Hauptsitz Seelze/Hannover, Zweigwerk in Britz). Das Unternehmen hatte seinen Ursprung in der Schweizer Apotheke in der Friedrichstraße, die seit 1814 dem Apotheker Johann Daniel Riedel gehörte.
1967 Zum letztenmal fährt eine Straßenbahn über den Alexanderplatz. Die Verkehrsführung erfolgte fortan über die Mollstraße um das Stadtzentrum herum. Erst fast 32 Jahre später wurden wieder Straßenbahn-Linien über den Alexanderplatz geführt.
1968 Reinhold Lingner, Gartenarchitekt und ab 1945 Leiter des Hauptamtes für Grünplanung beim Magistrat von Groß-Berlin, stirbt in Berlin.
1969 Die BVG (West) nimmt eine Tarifvereinheitlichung vor. Die Fahrscheinsorten wurden reduziert. Ein allgemeiner Umsteigefahrschein wurde eingeführt.
1970 An der Humboldt-Universität zu Berlin wird die Sektion Elektronik gegründet. Sie sollte die Absolventen auf dem Gebiet der Elektronik mit einer mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundausbildung und speziellen technologischen Kenntnissen ausstatten.
1971 Nach Ergebnissen der Volkszählung hat Ost-Berlin zu diesem Zeitpunkt 1 086 374 Einwohner. Das entsprach einer Bevölkerungsdichte von 2 693 Einwohnern pro Quadratkilometer.
1972 Auf der seit August 1961 zwischen Gleisdreieck und Potsdamer Platz unterbrochenen Linie 2 wird das Teilstück Wittenbergplatz - Bülowstraße - Gleisdreieck stillgelegt, so daß die von Krumme Lanke kommenden Züge auf dem U-Bahnhof Wittenbergplatz enden.
1972 Dr. Rolf Goetze wird Programmdirektor der neuen Berliner Urania.
1975 Entsprechend der bis Ende 1994 gültigen Vereinbarungen im »Langfristvertrag«, beginnt die DDR, Bauschutt, Bodenaushub und Siedlungsabfälle (ohne giftige Abfallstoffe) aus West-Berlin abzunehmen.
1975 Der Berliner Senat erläßt einen Zuzugsstopp für Ausländer für die Bezirke Kreuzberg, Wedding und Tiergarten.
1975 Das seit 1927 in Berlin bestehende Heinrich-Hertz-Institut für Schwingungsforschung wird in eine GmbH umgewandelt und inhaltlich erweitert. Es firmierte nun unter »Heinrich-Hertz-Institut für Nachrichtentechnik GmbH«.
1975 Bei der BVG (West) nimmt die erste Zugfahrerin ihre Arbeit auf.
1978 Das ehemalige »Institut für Zuckerindustrie« in der Amrumer Straße 32 in Wedding (Gründungsjahr 1904) wird in die Technische Universität Berlin eingegliedert.
1979 Das neue Westberliner Hochschulgesetz vom 22. Dezember 1978, in dem eine Anpassung an das Hochschulrahmengesetz erfolgt, tritt in Kraft.
1979 Mit einer Tiefsttemperatur von -18,6°C erlebt Berlin die kälteste Neujahrsnacht seit 1871.
1983 An der Technischen Fachhochschule Berlin wird ein »Fernstudieninstitut der TFH Berlin« eingerichtet, das für den organisatorischen Ablauf des Fernstudiums an der Hochschule verantwortlich ist.
1985 Der 14. Berliner Neujahrslauf im Volkspark Friedrichshain wird mit einer Rekordbeteiligung von ca. 9 500 Teilnehmern durchgeführt.
1986 Die Richtlinien des Verbandes von Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes (VAdöD), die für die studentischen Beschäftigten an den Westberliner Hochschulen Lohnkürzungen und Streichung von Sozialleistungen vorsahen, treten in Kraft.
1986 Durch die Bildung des Stadtbezirks Berlin-Hohenschönhausen erfährt der Stadtbezirk Weißensee eine strukturelle Änderung und setzt sich nun aus den Ortsteilen Weißensee, Blankenburg, Heinersdorf und Karow zusammen.
1988 Am Robert-Koch-Institut, Nordufer 20 (Wedding), nimmt das Nationale Aids- Zentrum seine Tätigkeit auf. Seine Aufgabe war die Koordinierung der Aids- Forschung in der Bundesrepublik Deutschland.
1990 Am Gesamtberliner Neujahrslauf, der durch das Brandenburger Tor (Mitte) führt, nehmen mehr als 20 000 Menschen teil.
1990 Die ausgelassene Silvesterfeier am Brandenburger Tor mit Teilnehmern aus Ost und West geht mit einem Zwischenfall zu Ende. Bei einem Unfall auf dem Pariser Platz wurden 135 Menschen verletzt, die Quadriga wurde schwer beschädigt.
1994 Das Meteorologische Institut der Freien Universität Berlin stellt die täglichen Radiosondenaufstiege aus finanziellen und personellen Gründen ein.
1994 Die BVG im Westteil Berlins gibt alle Betriebsrechte und -pflichten, die sie zehn Jahre lang gegenüber der S-Bahn hatte, an die Deutsche Reichsbahn ab.
1994 Das Hermann-Föttinger-Institut der Technischen Universität Berlin übernimmt mit dem Strömungstechnischen Labor die Windkanal- Untersuchungen auf dem Gelände der ehemaligen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Berlin-Adlershof.
1994 Der neue nationale Hörfunksender »DeutschlandRadio«, ein Zusammenschluß der bisherigen Sender Deutschlandfunk in Köln, DS- Kultur und RIAS in Berlin, geht auf Sendung. Von Köln und Berlin aus wurden zwei Programme für Information und Kultur ausgestrahlt.
1995 Die neu gegründete »S-Bahn Berlin GmbH« nimmt ihre Arbeit als Betriebsgesellschaft auf. Die S-Bahn-Fahrzeuge erhielten als Eigentumskennzeichnung ein »weißes S auf grünem Grund« und den Schriftzug »S-Bahn Berlin GmbH«.
1995 Die »Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin- Brandenburg« nimmt ihre Tätigkeit auf. Mit 500 Mitarbeitern, 160 historischen Gebäuden und 700 Hektar Park- und Gartenfläche gehörte sie zu den größten Stiftungen in Deutschland.
1996 Durch die Integration der für den Ostteil der Stadt zuständigen Zweigniederlassung Energieversorgung Berlin (EVB) in den Stammbetrieb wird die Berliner Kraft- und Licht-Aktiengesellschaft (Bewag) wieder ein einheitliches Energieversorgungsunternehmen.
1996 Für die Feuerwehr beginnt das neue Jahr mit einem negativen Rekord: Bis 6.00 Uhr früh mußten die Beamten fast 880mal ausrücken, über 100mal öfter als während des Jahreswechsels 1994/95.
1996 15 Polikliniken im Ostteil Berlins gehen aus der Landesregie an den Paritätischen Wohlfahrtsverband als Träger über.
1996 Das landeseigene Max-Bürger-Zentrum, eine gemeinnützige GmbH, die in zehn Einrichtungen etwa 400 Krankenhausbetten, 550 Pflegeplätze und 128 Wohnungen für Senioren betreiben wird, nimmt den Betrieb auf.
1996 Das erste Berliner Baby des Jahres 1996 heißt Lisa Juliane Apel.
1996 René Kollo ist mit Beginn des neuen Jahres Intendant und Gesellschafter des Metropol-Theaters (Friedrichstraße, Mitte), hat jedoch die entscheidenden Verträge für seine künftigen Funktionen bislang noch nicht unterschrieben.
1997 Die Erhöhung des Beitragssatzes der AOK Berlin auf 14,9 Prozent tritt in Kraft. Der Vorstandschef Rolf Müller teilte mit, daß dieser Beitragssatz bereits die vorgesehene Absenkung von 0,4 Prozent berücksichtigt.
1997 320 Personen werden in der Neujahrsnacht durch unsachgemäßen Umgang mit Pyrotechnik verletzt. 287 von ihnen mußten in Krankenhäusern ambulant behandelt werden. 32 Menschen wurden stationär aufgenommen.
1998 Die Unfallbilanz der Silvesternacht weist aus, daß sich 533 Menschen beim Feuerwerk verletzten. In 26 Fällen trugen die Unfallopfer schwere Verletzungen davon, 35 mußten in Krankenhäusern behandelt werden.
1999 Die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) erhöhen die Preise für die Einzelkarte von fünf auf sechs Mark. Die Wochenend-Familienkarte für drei Personen verteuerte sich von neun auf zehn Mark.
2000 Kurz nach Mitternacht stürzt der Hauptcomputer der Berliner Feuerwehr in der Leitstelle in Charlottenburg ab, was zu chaotischen Zuständen in den Einsatzzentralen führt. Aus Brandenburg wurden zusätzliche Kräfte angefordert.
2001 Mit dem Gongschlag 0.00 Uhr tritt die Bezirksgebietsreform in Kraft, damit beginnt die Amtszeit der neuen Bezirksbürgermeister. Die Ernennung und Vereidigung der jeweiligen Stadträte erfolgte in den Großbezirken unterschiedlich von 0.00 bis 18.00 Uhr.

© Edition Luisenstadt, 1998 - 2002         Stand:        www.berlin-chronik.de