Andreas Koch

* in Heringen/Thüringen
+ 10. 5. 1623 in Berlin

Oberbürgermeister
von 1617 bis 1618,
1619 bis 1620, 1621 bis 1622

Andreas Koch stammte aus Thüringen. Geboren wurde er in dem in der Goldenen Aue gelegenen Heringen. Hier hatte sein gleichnamiger Vater - wie vordem schon sein Großvater - das Amt eines Kämmerers inne, das heißt, er stand der städtischen Finanzbehörde vor.

Andreas Koch erwarb später das Bürgerrecht in Berlin und leitete ab 1617 als Stadtoberhaupt für drei Amtsperioden die städtische Verwaltung. Seinen Bürgermeistereid hatte er am 31. Dezember 1616 abgelegt.

Ausdruck der inflationären Wirtschaftslage jener Zeit war das den Räten von Berlin und Cölln 1621 verliehene Recht, neben den bisherigen Silbermünzen kupferne, nur mit einem dünnen Silberüberzug versehene Pfennige prägen zu dürfen, wobei 16 Pfennige den Wert eines Groschen ausmachten.

Kurfürst Georg Wilhelm, der 1619 - ein Jahr nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges - zwar versuchte, gegenüber den Kriegsparteien eine mehr oder minder halbherzige Neutralität zu wahren, gestattete aber bereits im Frühjahr 1620 einigen Hilfstruppen, die König Jacob von England dem Winterkönig von Böhmen, seinem Verwandten, zur Unterstützung schickte, den Durchzug durch die Mark Brandenburg. Die Berliner, deren Erregung über die Auseinandersetzungen zwischen Lutheranern und Reformierten im Jahre 1615 (siehe Bürgermeister Martin Pasche, Amtsantritt 1602) noch nicht völlig abgeklungen war, schenkten dem Gerücht Glauben, daß diese Soldaten entsandt seien, um die Bewohner der Mark Brandenburg zur Annahme der reformierten Konfession zu zwingen. Wieder einmal erhob sich Tumult. Berliner und Cöllner bewaffneten sich und zogen lärmend durch die Stadt, bereit, den gefährdeten lutherischen Glauben zu schützen. Erst als sie sich überzeugt hatte, daß die "Engländer" die Umgebung Berlins verlassen hatten, beruhigte sich die aufgebrachte Menge.

Andreas Koch verstarb am 10. Mai 1623 - im fünften Kriegsjahr - in Berlin. Sein gleichnamiger Sohn wurde später zum Hof-, Kammergerichts- und Konsistorialrat ernannt. Er starb 1638.

 

© Edition Luisenstadt, 1998
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