Morgenstern, Christian

Otto Josef Wolfgang
* 6.5.1871 München,
† 31.3.1914 Meran/Südtirol,
Schriftsteller.

Der Enkel des Malers Christian Ernst Bernhard Morgenstern (1805-1867) besuchte bis 1867 das Gymnasium in Breslau und studierte an der dortigen Universität Nationalökonomie und Jura. Später kamen die Fächer Philosophie und Kunstgeschichte noch hinzu. Er erkrankte 1893 an Tuberkulose. Ab April 1894 lebte er als freier Schriftsteller in Berlin in der Artilleriestraße 31 (heute Tucholskystraße Mitte). Von hier zog er im September 1894 nach Charlottenburg. Noch im selben Jahr bezog er eine Wohnung in der Klosterstraße (Mitte) und wohnte ab 1897 in der Köpenicker Grünstraße 3. Neben Lyrik schrieb er auch Texte für das Kabarett "Überbrettl". Er arbeitete als Lektor beim Verlag von Paul Cassirer (1871-1926). M. unternahm Reisen nach Skandinavien, wo er sich vor allem in Norwegen aufhielt, und nach Italien. Nach seiner Rückkehr 1899 wohnte M. am Stuttgarter Platz 4. Von hier zog er in die Schloßstraße. 1900/1901 hielt er sich wegen seiner Lungenkrankheit in der Schweiz auf. 1906 wohnte er Ringbahnstraße 119. 1910 schloss er sich den Ideen Rudolf Steiners (1861-1925) an. Ms. bekannteste Texte sind die "Galgenlieder" (1905) und "Palmström" (1910). Charakteristisch für sein schriftstellerisches Schaffen ist das geistreiche Spiel mit Worten und Begriffen, mit deren möglichen Bildern und mit den Widersprüchen der Sprache. Seine Grabstätte befindet sich in Dornach bei Basel. Eine Gedenktafel Stuttgarter Platz 4 und die Christian-Morgenstern-Grundschule in Spandau erinnern an M.

Quellen und weiterführende Literatur:
Literatur[ NDB, Wer ist's ? 1906, Schriftsteller, Killy, Voß ]

 

© Edition Luisenstadt, 2005    Stand: 3. Jan. 2005
Berliner Bezirkslexikon, Charlottenburg-Wilmersdorf
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