Königliche Porzellanmanufaktur (KPM)

Inschrift:

KPM /
KÖNIGLICHE /
PORZELLAN /
MANUFAKTUR /
Berlin /
Im Zeichen des Zepters /
Die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin pflegt bis /
heute ihre kunsthandwerklichen Traditionen. Nach wie vor wird /
das Porzellan nach überlieferten Methoden von Hand geformt /
und bemalt. Dadurch entsteht aus jedem Stück ein Unikat, etwas /
Einzigartiges. Die Beherrschung des schwierigen Werkstoffes /
Porzellan erfordert eine langjährige Erfahrung, die von Genera- /
tion zu Generation weitergegeben wird. /
In Berlin entstand 1751 die erste Manufaktur. Gründer /
war Wilhelm Caspar Wegely. Doch war das Porzellan auch die /
große Leidenschaft Friedrichs des Großen. Er übernahm die /
Manufaktur 1763 von Johann Ernst Gotzkowsky und gab ihr /
Namen und Zeichen: das königsblaue Zepter. /
Seit dieser Zeit ist das Zepter zu einem Markenzeichen /
geworden, das in der Welt für makelloses, formvollendetes Por-/
zellan steht. Und mehr: Mit ihrer Philosophie der künstlerischen /
Verbindung von Tradition und Innovation hat die Königliche /
Porzellan-Manufaktur Berlin in jeder Stilepoche richtungsweisende /
Meisterstücke aus Porzellan geschaffen. /
In the Sign of the Sceptre /
Throughout the years, the Königliche Prozellan-Manu- /
faktur Berlin has continued to maintain its tradition of artistic /
craftsmanship. Using methods handed down over centuries, the /
porcelain is still formed and painted by hand. Thus, each individ- /
ual piece becomes a truly unique work of art. Mastering the dif- /
ficult porcelain material requires extensive experience, which is /
passed on from one generation to the next. /
The first manufactory was established in Berlin by Wil- /
helm Caspar Wegely. But porcelain was also the great passion of /
Frederick the Great, who took over the manufactory in 1763 /
giving it its name and symbol: the royal-blue sceptre. /
Today, the sceptre has become a world-renowned trade- /
mark synonymous with flawless, perfectly formed porcelain. In /
keeping with its philosophy of artistically combining tradition /
and innovation, the Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin has /
created porcelain masterpieces that have influenced the style in /
each period of art history.

Technische Details: 83 cm x 220 cm

Standort:
Wegelystraße 1
Ortsteil Charlottenburg
Verkehrsanbindung S 3, S 5, S 7, S 75, S 9 bis Tiergarten; Bus 123 bis S Tiergarten

Königliche Porzellanmanufaktur (KPM) 1751 richtete der Kaufmann Wilhelm Caspar Wegely (1714-1764) im Kommandantenhaus, in der Neuen Friedrichstraße 22/23 (heute Littenstraße), die Manufaktur zur Porzellanherstellung ein. Die Produktionsstätte wurde dann in den Tiergarten verlegt. Drei Jahre später übernahm der Kaufmann Johann Ernst Gotzkowsky (1710-1775) die Nachfolge Wegelys. Er begann in der Leipziger Straße 4 mit der Produktion, gab diese jedoch bald wieder auf. Friedrich II. (1712-1786) kaufte 1763 die Porzellan-Manufaktur. Der König berief den Geheimen Rat Johann Georg Grieninger zum Direktor seiner Manufaktur. Berühmt wurde von ihren Erzeugnissen vor allem das "Grüne Tafelservice" (1767). Friedrich Nicolai (1733-1811) berichtete, daß die Manufaktur über eine eigene Gerichtsbarkeit verfügte. Zu ihren bekanntesten entwerfenden Künstlern zählte die KPM J. G. Schadow (1764-1850) und K. F. Schinkel. 1805 beschäftigte das Unternehmen 441 Arbeiter. 1859 wurde der Geheime Regierungsrat G. Kolbe als Direktor der Manufaktur in der Leipziger Straße 4 ausgewiesen. Ab 1870 hat die Manufaktur als Markenzeichen das blaue Zepter. Die Wegelystraße erhielt im Dezember 1883 ihren Namen mit Bezug auf den Gründer und den Standort der Königlichen Porzellanmanufaktur. 1918 wurde die Manufaktur verstaatlicht. Im Zweiten Weltkrieg war die Produktionsstätte zerstört worden. Seit 1955 produziert die KPM wieder in Berlin.

Literaturhinweise
Nicolai, Friedrich: Beschreibung der Königlichen Residenzstadt Berlin. Eine Auswahl. Mit 229 zeitgenössischen Abbildungen. Hrsg. v. Karlheinz Gerlach. Leipzig 1987. Dieser Ausgabe zugrunde liegt Friedrich Nicolais "Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, aller daselbst befindlicher Merkwürdigkeiten, und der umliegenden Gegend", dritte, völlig umgearbeitete Auflage, Berlin 1786
Kunst und Technik der Medaille und Münze, a. a. O.
Berliner Grosskaufleute und Kapitalisten, Bd. 3, a. a. O.
Rumpf, Johann Daniel Friedrich: Der Fremdenführer oder wie kann der Fremde in der kürzesten Zeit, alle Merkwürdigkeiten in Berlin, Potsdam, Charlottenburg und deren Umgebung sehen kennenlernen. C. G. Flittnersche Buchhandlung, Jägerstraße 51, Berlin 1826. Nachdruck der Ausgabe von 1826 mit einer Nachbemerkung und 26 Abbildungen hrsg. v. Karlheinz Gerlach. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1986


© Edition Luisenstadt, 1998 - 2003         Stand:        www.berlin-geschichte.de