Kontext: Jägerstätter, FranzJägerstätter, Franz

Inschrift:

IN DIESEM GEBÄUDE WURDE DER /
ÖSTERREICHISCHE BAUER /
FRANZ JÄGERSTÄTTER (1907-1943) /
VOM EHEMALIGEN REICHSKRIEGSGERICHT /
WEGEN SEINER GEWISSENSENTSCHEIDUNG /
GEGEN EINE KRIEGSTEILNAHME /
AM 6. JULI 1943 ZUM TODE VERURTEILT. /
MIT IHM GEDENKEN WIR ALL JENER, /
DIE WEGEN EINER /
GEWISSENSENTSCHEIDUNG OPFER /
VON KRIEGSGERICHTEN WURDEN. /
IN THIS BUILDING, ON 6. JULY 1943, /
THE AUSTRIAN FARMER /
FRANZ JÄGERSTÄTTER (1907 - 1943) /
WAS SENTENCED TO DEATH BY THE SUPREME /
MILITARY COURT OF THE THIRD REICH /
ON GROUNDS OF HIS CONSCIENTIOUS /
OBJECTION TO MILITARY SERVICE. /
IN COMMEMORATION OF /
FRANZ JÄGERSTÄTTER AND ALL THOSE /
WHO FOR LIKE REASONS WERE MADE /
VICTIMS OF MILITARY COURTS.

Technische Details: Bronzetafel

Standort:
Witzlebenstraße 4-5
Ortsteil Charlottenburg
Besondere Ortsangabe: an der Umfriedung des Berliner Kammergerichts
Verkehrsanbindung U 2 bis Sophie-Charlotte-Straße

Einweihung 4.7.1997
Initiatoren Friedensgruppen

Bemerkungen:
Die Gedenktafel sollte bereits im Februar 1994 eingeweiht werden. Nach mehrmaligen Verzögerungen, sowohl durch Einspruch des Bundesvermögensamtes, des Bundesjustizministeriums als auch später durch die Oberfinanzdirektion Berlin wurde die Einweihung der Tafel immer wieder verschoben. Die Bronzetafel hatte folgende Inschrift: "HIER WURDE DER /
ÖSTERREICHISCHE BAUER /
FRANZ JÄGERSTÄTTER (1907 - 1943) /
VOM EHEMALIGEN REICHSKRIEGSGERICHT /
WEGEN SEINER GEWISSENSENTSCHEIDUNG /
GEGEN EINE KRIEGSTEILNAHME /
AM 6. JULI 1943 ZUM TODE VERURTEILT /
GANDHI-INFORMATIONS-ZENTRUM /
ÖSTERREICHISCHES GENERALKONSULAT /
PAX CHRISTI ÖSTERREICH /
KAMPAGNE GEGEN WEHRPFLICHT, ZWANGSDIENST UND MILITÄR".
Der Text mußte wegen der Unterzeichner, vor allem wegen der "Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienst und Militär" verändert werden. Am 6.7.1995 wurde dann eine Gedenktafel für F. Jägerstätter in Anwesenheit seiner Witwe Franziska Jägerstätter enthüllt, die mit "Gedenktafel-Intiative Franz Jägerstätter" unterschrieben war. Diese Tafel mußt gleich nach ihrer Enthüllung wieder eingepackt werden. Der damalige Juistizminister war nur unter der Bedingung einverstanden, daß die Namen der Initiativgruppen verhüllt würden, wozu das Gandhi-Informations nicht bereit war. Mit der jetzigen Enthüllung der Tafel wurde zugleich am 6.7.1997 eine Ausstellung eröffnet, die vom Leben F. Jägerstätters berichtet.

Literaturhinweise
Berliner Zeitung vom 1.2.1994
Berliner Zeitung vom 6.7.1995
Berliner Zeitung vom 8.7.1997
Berliner Zeitung vom 5./6.7.1997
Neues Deutschland vom 5./6.7.1997
Der Tagesspiegel vom 7.7.1995


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